Die Bau- und Holzarbeiter Internationale, die IG Metall und der Büromöbelhersteller Wilkhahn aus Bad Münder haben am 13. Februar 2009 in Frankfurt eine Internationale Rahmenvereinbarung (IRV) unterzeichnet. Darin verpflichtet sich das Unternehmen zur Einhaltung von Mindeststandards bei den Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten an seinen in- und vor allem ausländischen Standorten. Der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, wertete die Vereinbarung als gemeinsames Bekenntnis zur sozialen Verantwortung in einer globalisierten Wirtschaft. „In einer Zeit, in der die Schattenseiten des zügellosen Wettbewerbs unübersehbar sind, steht die Vereinbarung für ein gemeinsames Interesse an sozialen Werten in der Wirtschaft und die Notwendigkeit von Regulierung im Interesse der Beschäftigten. In einer globalisierten Wirtschaft müssen die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern überall respektiert werden. Die Vereinbarung ist ein Schritt in diese Richtung“, sagte Huber. Er hob das zur Überwachung der Einhaltung des Abkommens vorgesehene Monitoringverfahren bei Wilkhahn hervor. „Diese Regelungen machen das ernsthafte Interesse des Unternehmens an der Umsetzung des Abkommens deutlich und sind vorbildlich“, erklärte Huber.
Anita Normark, BHI Generalsekretärin, sagte: „Das Beispiel Wilkhahn zeigt, dass global agierende Klein- und Mittelbetriebe in der Lage sind, internationale Verpflichtungen einzugehen und internationale Arbeitsrechtstandards zu respektieren. BHI hat auch internationale Rahmenvereinbarungen mit Faber-Castell, Schwan-Stabilo und Staedtler.“
Mit dem Abschluss von Internationalen Rahmenvereinbarungen verfolgen Gewerkschaften seit einigen Jahren das Ziel, Arbeitnehmerrechte mit transnationalen Regelungen zu sichern und Beschäftigte in multinationalen Unternehmen und deren Zulieferer vor Ausbeutung und Lohndumping zu schützen. Dies soll durch die Einhaltung von Mindeststandards bei den Arbeitsbedingungen, die auf den sogenannten Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO) beruhen, erreicht werden. Dazu gehören die Anerkennung der Menschenrechte, der Ausschluss von Diskriminierung und Kinder- und Zwangsarbeit, das Recht der Beschäftigten, sich Gewerkschaften anzuschließen und Arbeitnehmervertretungen zu gründen, das Recht auf angemessene Bezahlung, gesunde Arbeitsbedingungen und sozialverträgliche Arbeitszeiten.
Wilkhahn beschäftigt weltweit an drei Produktionsstätten (Deutschland, Spanien, Australien) und in fünfzehn Vertriebsgesellschaften rund 600 Arbeitnehmer, davon am Hauptsitz in Bad Münder rund 440.
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