Immer mehr Migrationsarbeiter treten GS in Schweden bei
Die Zahl polnischer, lettischer und lateinamerikanischer Forstarbeiter, die der schwedischen Gewerkschaft für Holz und Forstarbeiter (GS) beitritt, wird größer. Die Gewerkschaft hofft, dass nun immer mehr Arbeiter schon von Anfang die korrekte Bezahlung erhalte – und nicht erst nach einem Jahr des Streitens und der Kampagnen.
Während der Frühlings- und Sommermonate stellen Forstsunternehmen in Schweden regelmäßig ausländische Arbeitskräfte ein, insbesondere für das Anlegen und Ausholzen von Stromleitungs-Trassen, also für Arbeiten, die von eher gering qualifizierten Arbeitskräften durchgeführt werden können.
Man will damit die Lohnkosten senken, was jedes Jahr dazu führt, dass die Gewerkschaft Verhandlungen führen und den Rechtsweg beschreiten muss, um durchzusetzen, dass die korrekten Löhne auch noch rückwirkend bezahlt werden.
Dieses Jahr muss sich Roger Johansson, GS-Funktionär von Local 14 in Mittelnorrland im Norden des Landes, jedoch mit weniger Fällen von inkorrekten Löhnen herumplagen.
”Wir hatten schon konstruktive Diskussionen mit den Energieunternehmen EON und Jämtkraft. Sie haben nun ihre Bestimmungen bei der Vergabe von Aufträgen geändert und hinzugefügt, dass externe Berater, einschließlich der Gewerkschaft GS mit eingebunden werden, um sicherzustellen, dass die Ausschreibungen für Ausholzungsarbeiten korrekt formuliert werden.
“Die Energiekonzerne fürchten eine schlechte Presse. Gegen Herbst werden wir ähnliche Gespräche mit ein oder zwei weiteren Energieunternehmen führen,” sagte Roger Johansson, der hofft, dass es eine Kooperation mit Eon und Jämtkraft auch in anderen Teilen des Landes geben wird.
Die neuen Regelungen bei der Auftragsvergabe hatten schon interessante Auswirkungen. Einige Unternehmen sind schon beim Lesen wach geworden.
“Unternehmen, mit denen wir noch vor kurzem Probleme hatten, rufen uns an und fragen: “ Was gedenkt Ihr über uns zu sagen”, und ich antworte, dass wir nicht vorhaben, alte Streitigkeiten auszugraben, sondern dass wir ein Auge auf das haben werden, wie sie in der Zukunft agieren.”
GS konnte in diesem Jahr einen Zuwachs an polnischen, lettischen und lateinamerikanischen Mitgliedern verzeichnen. Für die Gewerkschaften ist es einfacher, die ausländischen Arbeitskräfte in den Wäldern an ihren Arbeitsstätten aufzufinden und ihre Bezahlung und die Geräteausstattung vor Ort zu überprüfen.
“Es handelt sich hier um eine neue Entwicklung,” sagte Roger Johansson. “Es gibt schon einige interessante Auswirkungen. So rief uns z.B. ein Arbeitgeber an, um zu fragen, wie viel er gemäß den Tarifverträgen einem thailändischen Arbeiter zahlen müsse. Sein Steuerberater hatte ihm geraten, sich deswegen an die Gewerkschaft zu wenden, da Thailänder in ihrem Land ja weniger Steuern zahlen als schwedische Arbeiter in Schweden
GS schlägt sich mit einer Reihe längerer Auseinandersetzungen herum, die noch aus der Saisonarbeit des vergangenen Jahres herrühren. Als gemeinsamer Nenner ist auf jeden Fall festzuststellen, dass ausländische Arbeitskräfte generell schlechter bezahlt und schlechter untergebracht werden als vergleichbare schwedische Arbeiter.
“Einige Unternehmen wandten drei unterschiedliche Lohnsätze an und zwar je nach Staatsangehörigkeit. Wir hören Begründungen wie “die Standards schwedischer Jugendherbergen sind mit Sicherheit ausreichend, daheim leben sie ja schließlich in Lehmhütten.”