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28 Juli 2011

Die Arbeiter bei IKEA/Swedwood in Danville U.S.A. stimmen mit "Ja" für die Gewerkschaft

(27. Juli 2011) Danville, Virginia: Bei einer geheimen Abstimmung, die durch das amerikanische "Labor Relations Board” durchgeführt und überwacht wurde, haben die Mitarbeiter der Swedwood Fabrikanlage in Danville Virginia dafür gestimmt, in Zukunft von der „International Association of Machinists and Aerospace Workers (IAMAW)“, einem amerikanischen Mitgliedsverband der Bau- und Holzarbeiter Internationalen (BHI) gewerkschaftlich vertreten zu werden. 76% der Belegschaft ( 221 Arbeitnehmer) stimmten für die Gewerkschaft, 69 dagegen. Dieser Abstimmungserfolg ist der erste Schritt im Kampf für Arbeitnehmerrechte und soziale Gerechtigkeit für diese Mitarbeiter von Swedwood.

“ Über den gesamten Zeitraum des Wahlprozesses – und um ehrlich zu sein- weit darüber hinaus- hatte das Swedwood Management mit Einschüchterungstaktionen und Interventionen versucht, die Gewerkschaft aussen vor zu halten. Trotzdem haben die Arbeitnehmer klar und deutlich „ja“ zur Gewerkschaft gesagt, sagt Ambet Yuson, Generalsekretär der BHI.

Schon seit 2008 führten die BHI und IAMAW einen Dialog mit IKEA und Swedwood zur Anerkennung einer Gewerkschaft für die mehr als 300 Mitarbeiter im Danville Werk. Nachdem zwei Jahre später noch immer keine positiven Änderungen zu verzeichnen waren, stellte die IAMAW am 20. Juni 2011 einen Antrag beim Labour Relations Board, um eine Abstimmung herbei zu führen.

Statt neutral zu bleiben und eine „ faire und freundliche" Abstimmung zu unterstützen, wie dies mit dem IKEA Management der BHI und IAMAW vereinbart worden war, folgte das US-Management der Swedwood Niederlassung lieber dem Rat ihres Antigewerkschaft-Anwalts und unternahm mehrere Versuche, das Ergebnis der Abstimmung schon im Vorfeld negativ zu beeinflussen. Swedwood initiierte verschiede Einschüchterungsaktionen. So wurden Mitarbeiter willkürlich vor das Management zitiert, Gerüchte über die Schliessung des Werks gestreut oder aber den Mitarbeitern Bonuszahlungen versprochen, für den Fall dass die Gewerkschaft ihre Abstimmung verlieren würde. Alle diese Taktiken waren erfolglos: Die Arbeitnehmer entschlossen sich für die Gewerkschaft. Probleme beim Arbeitsschutz, Rassendiskriminierung, Missachtung der Menschenwürde und der Wunsch diese Zustände zu beenden, waren ausschlaggebend dafür, dass die Arbeitnehmer für die "Machinists Union“ gestimmt haben.

“Wir gratulieren den Arbeitnehmern von Danville zu ihrem Mut und ihrer Ausdauer" stellt Klaus Wiesehügel, der Präsident der BHI fest. Und er fährt fort: „ Es ist nicht einfach angesichts des Risikos seinen Job zu verlieren oder aus der Gemeinschaft ausgegrenzt zu werden, zu tun was richtig ist. In diesem Fall war es richtig für die Gewerkschaft zu stimmen, um ihr die Möglichkeit zu geben, für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu kämpfen.”

Die Arbeiter haben für die Gewerkschaft gestimmt, aber ihr Kampf ist noch lange nicht zu Ende. Die nächste wichtige Etappe ist die erfolgreiche Verhandlung eines Tarifvertrags, damit der Arbeitsschutz verbessert, ein respektvoller Umgang mit den Arbeitnehmern eingeführt und Diskriminierung und Bevorteilung beendet werden können.

Dies bekräftigt auch Bill Street, Direktor des Sektors für die Beschäftigten in der Holzindustrie bei IAMAW. “ Es ist sehr enttäuschend, dass es Swedwood während der letzten drei Jahre strikt abgelehnt hat, sich mit IAMAW zu treffen. Ich kann nur hoffen, dass jetzt, wo das Gesetz das Unternehmen zwingt sich mit uns an einen Tisch zu setzen, sie auch bereit sein werden, uns zuzuhören und die Gewerkschaft in einen adäquaten Sozialdialog ein zu beziehen: Wir hoffen, dass das Swedwood Management die Entscheidung der Arbeitnehmer respektieren und zu fairen Tarifverhandlungen bereit sein wird, in deren Rahmen alle Punkte, die den Arbeitnehmern Sorge bereiten, verhandelt werden. Wir hoffen nunmehr der weltweiten Entrüstung über die Behandlung der Arbeitnehmer in Danville entgegen wirken zu können. Es ist unser Ziel in Danville den Sozialdialog und soziale Gerechtigkeit so schnell so schnell wie möglich wieder herzustellen.

Per-Olof Sjoo, stellvertretender Vizepräsident der BHI sagte den nunmehr gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmern in Danville seine nachhaltige Unterstützung zu: Rund um den Globus haben sich die BHI Mitgliedsgewerkschaften in dieser Kampagne engagiert. Sie haben sich in verschiedener Hinsicht solidarisch gezeigt und werden auch in Zukunft Solidarität beweisen, bis die Gewerkschaft einen akzeptablen Tarifvertrag mit dem Swedwood Management verhandelt haben wird.”

Abschliessend bemerkte Bill Street: “Mehr als 120’000 Arbeitnehmer aus allen Erdteilen, verschiedene Sozialpartner und viele andere GUF” haben diese Kampagne unterstützt. Es ist schwer unseren Dank an alle, die an dieser Aktion teilgenommen und diesen ersten Sieg möglich gemacht haben in Worte zu fassen. Daher einfach - herzlichen Dank!"