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EURO 2012 = EURO 20 Todesfälle - Gelbe oder rote Karte für die UEFA: Gebt eure Stimme ab!
Schließt euch einer der letzten Aktionen unserer Sportkampagne rund um die EURO 2012 an und sagt uns, ob wir der UEFA eine GELBE oder eine ROTE Karte zeigen müssen.
Am heutigen 8. Juni findet der Anstoß zur UEFA EURO 2012 in Polen und der Ukraine statt. Den Fußballfans wird einen Monat lang das Spektakel von Fußballspielen und Sport-Superstars geboten, leidenschaftlich bewundert von Millionen Fans, und die Gewinne werden in die Höhe schnellen, da diese Mega-Sportveranstaltung auch ein finanzielles Unterfangen ist.
Die werktätige Bevölkerung wird zu den Fans gehören, die ihre nationalen Teams anfeuern. Die Gewerkschaftsbewegung und insbesondere die Bau- und Holzarbeiter-Internationale (BHI) hingegen möchten die Öffentlichkeit an den Beitrag der Beschäftigten erinnern, die diese Meisterschaft Wirklichkeit werden ließen.
Für die Baubeschäftigten Polens und der Ukraine ist diese UEFA-Veranstaltung kein ‚schönes Spiel‛.
Bei der Vorbereitung der EURO 2012 kamen 20 Baubeschäftigte ums Leben. Der Tod eines einzigen Beschäftigten ist einer zu viel. Diese Todesfälle sind inakzeptabel, und die BHI zieht die Regierungen, die Bauunternehmen und die UEFA für den Verlust des Lebens der Beschäftigten zur Verantwortung. Schutzmaßnahmen und Arbeitsnormen hätten strikte durchgesetzt werden müssen.
Die Abschlusskonferenzen zur Kampagne ‚Menschenwürdige Arbeit über die EURO 2012 hinaus‛ zeigten auf, dass 14 Todesfälle den Bauvorhaben für die EURO 2012 in der Ukraine zuzuschreiben waren. Acht Todesfälle ereigneten sich allein im Stadion von Kiew, in dem das Endspiel stattfinden wird. Es wurden 1 500 Verstöße gemeldet und 1 200 fehlerhafte Ausrüstungseinheiten entfernt. Die mangelnde Koordinierung zwischen den Vertragsunternehmen wurde für die Verstöße verantwortlich gemacht. Verschiedene Beschäftigte schufteten für geringe Entgelte und erhielten ihren Lohn mit Verspätung. Die Wartezeit betrug dabei zwei bis sechs Monate. Aufschlussreich war zudem, dass auf den 14 Unfallbaustellen lediglich eine einzige eine Gewerkschaft hatte.
Auch in Polen war das Bild ernüchternd. In einem Kontext, in dem 30% der Arbeitsunfälle im Baugewerbe vorkommen und jede Woche zwei Beschäftigte sterben, unterstreicht der Verlust von sechs Menschenleben auf EURO 2012 Baustellen den weitverbreiteten Mangel an menschenwürdiger Arbeit im Land. Die BHI-Mitgliedsorganisationen, die Gewerkschaften Budowlani und Solidarnosc, kritisierten das Konzept, nach dem das geringste Angebot den Zuschlag bekommt, und erklärten, dieses System garantiere weder menschenwürdige Arbeit noch sichere Arbeitsplätze. Sie schlugen vor, dass auch angemessene Entgelte ein Kriterium für das Vergabeverfahren sein sollten.
Die UEFA sollte die Verantwortung für die Geschehnisse auf den Baustellen übernehmen und kann ihre Hände nicht in Unschuld waschen und einfach behaupten, sie sei lediglich ‚Sportveranstalterin‛. Die Zeitung Kyiv Post veröffentlichte am 31. Mai einen investigativen Artikel mit der Überschrift „Der Blues der Baubeschäftigten, die für die Euro 2012 arbeiten“, aus dem die inakzeptable, gleichgültige Haltung der UEFA deutlich wird, die sagt, sie sei „für die Arbeitsbedingungen auf der Baustelle nicht verantwortlich“. In einem Interview mit der Kyiv Post sagte der leitende Geschäftsführer der UEFA, Martin Kellen: „Das Wichtigste ist, dass alles rechtzeitig fertig ist. Wir haben keinen tatsächlichen Überblick über die eigentlichen Arbeiten.“
Der markante Spruch des UEFA-Präsidenten Michel Platini für den Eröffnungstag lautet: „Lasst uns träumen“.
Dies ist auch der Ruf der Tausende Baubeschäftigten, die die verschiedenen Fußballstadien und anlagen bauten. Sie träumen davon, dass ihre 20 Kollegen noch am Leben sind, um die Euphorie der Siege in dem majestätischen Stadion, zu dessen Bau sie beitrugen, mitzuerleben. Sie träumen, dass es keine weiteren Todesfälle bei künftigen Bauarbeiten für Stadien geben wird. Sie träumen, dass menschenwürdige Arbeit und Gerechtigkeit bei den Turniervorbereitungen die Regel sind. Sie träumen davon, dass die UEFA letzten Endes anerkennt, dass die Arbeitskräfte Teil des Teams bilden.
Doch ab sofort ist EURO 2012 = 20 Todesfälle ein Albtraum und nicht der Traum und die große Party, die die UEFA der Welt weismachen will.