Aufruf zum Handeln (ACT NOW!)für Arbeitsmigranten

Arbeitsmigranten machen einen signifikanten Anteil der Beschäftigten im Bausektor und in der Forstwirtschaft aus; zudem sind sie dem Risiko der Ausbeutung ausgesetzt, denn oftmals haben sie nur wenig Möglichkeiten, ihre wirtschaftlichen, politischen und grundlegenden Arbeitnehmerrechte wahrzunehmen. Die große Mehrheit von ihnen ist nicht organisiert und hat nicht den kollektiven Einfluss, sich gegen ihre Ausbeutung zur Wehr zu setzen und auf einem fairen Gegenwert für ihre Arbeit sowie auf ihren grundlegenden Menschen- und Gewerkschaftsrechten zu bestehen.  

Wanderarbeitnehmer in der Bauindustrie und Forstwirtschaft sind während der Pandemie besonders gefährdet, denn ihre mangelhaften Lebens- und Arbeitsbedingungen bieten ein Umfeld, innerhalb dessen sich das Virus rasch ausbreiten kann. Für Personen ohne gültige Papiere oder Flüchtlinge ist die Lage sogar noch viel schlimmer, denn sie können keine Gesundheitsversorgung oder soziale und wirtschaftliche Unterstützung in Anspruch nehmen. Darüber hinaus hat die Pandemie die Migrationsströme unterbrochen, so dass tausende Arbeitnehmer für lange Zeitspannen in einem fremden Land gestrandet waren, Tausende mussten plötzlich nach Hause zurückkehren und in einigen Ländern werden deutlich weniger Arbeitsmigranten aufgenommen.  

Mitmachen!

Am 18. Dezember begehen die Bau- und Holzarbeiter Internationale (BHI) und die Europäische Föderation der Bau- und Holzarbeiter (EFBH) gemeinsam den Internationalen Tag der Arbeitsmigranten unter der Überschrift „Wir sind alle Migranten“.  

Unsere gemeinsame Kampagne ist darauf ausgerichtet, die Wanderarbeitnehmer im Einklang mit internationalen Menschenrechtsstandards und Arbeitsnormen zu schützen und umfassende, integrierte Strategien gegen Covid-19 zu verfolgen, die bei den nationalen Maßnahmen und beim Sozialschutz auch die Arbeitsmigranten mit einbeziehen. 



Handeln!

Wir bitten die BHI-Mitgliedsverbände darum, auf nationaler Ebene aktiv zu werden, etwa durch ein Schreiben an die entsprechenden Ministerien, über eine Pressemitteilung oder mit einer organisierten Aktion (unter Beachtung der Verhaltensregeln aufgrund von Covid-19), um je nach Situation im Land folgende Forderungen vorzubringen:

  • Anerkennung und Achtung der grundlegenden Arbeitnehmerrechte auf Vereinigungsfreiheit und auf Kollektivverhandlungen für Arbeitsmigranten
  • Schutz von Arbeitnehmern vor Ausbeutung durch Personalgewinnungsagenturen und Arbeitsvermittlungsdienste
  • Schutz von Lohn und Arbeitsplatz durch Regierungen und Arbeitgeber für die Arbeitsmigranten während der Pandemie und Beendigung der Zwangsrepatriierung
  • Amnestien für die Aussetzung von Verhaftungen und Ausweisungen von Arbeitern, die keine Papiere oder Probleme mit der Arbeitserlaubnis haben, damit sichergestellt ist, dass diese Menschen keinem Risiko ausgesetzt sind und die Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen können
  • Alle Menschen in einem Land, einschließlich der erfassten und nicht erfassten Migranten, müssen Zugang zu Lebensmitteln, Gesundheitsversorgung, sanitären Anlagen und Unterkünften haben, damit die menschliche Würde gewahrt bleibt
  • Ratifizierung des ILO-Übereinkommens Nr. 97 über Arbeitsmigration und des Übereinkommens Nr. 143 über Wanderarbeitnehmer, damit Wanderarbeitnehmer ihre Rechte besser wahrnehmen können.

Solidarität beweisen!

Um Solidarität auf internationaler Ebene zu beweisen, können die BHI-Mitglieder:  


  • ein Selfie oder ein Gruppenfoto mit unseren Kampagnenpostern machen (unter Beachtung der Verhaltensregeln aufgrund der Pandemie) English Poster V1  English Poster V2  Spanish Poster  French Poster  Spanish Poster 2 French Poster 2
  • diese über die sozialen Medien veröffentlichen. Hashtag der Kampagne: #WeAreAllMigrants 
  • die Poster ausdrucken und sie an den Arbeitsstätten oder in anderen Bereichen aufhängen, in denen Gewerkschafter und Arbeitnehmer sich oft aufhalten.
  • unser Poster am 18. Dezember als temporäres Facebook-Profilbild verwenden.  

Die BHI freut sich über eine Kopie der jeweiligen Forderungen sowie Berichte und Fotos von den Aktionen. Für weitere Informationen schickt eine E-Mail an anna.andreeva@bwint.org