Chile: Wasserkraftprojekt Alto Maipo: 12 Tage Streik

10 October 2019 10:17


Project entry with strike signs

Nach dem 32-tägigen Streik von 2016 unter Führung der SINTEC/FETRACOMA, einer chilenischen Mitgliedsorganisation der BHI, sind die auf dieser Baustelle beschäftigten Arbeiter erneut gezwungen, einen unbefristeten Streik zu starten – diesmal im Kampf gegen die Vorschläge der an Alto Maipo beteiligten STRABAG.

Bereits 2016 wurden die Arbeiten an diesem ursprünglich von Hochtief geleiteten Projekt infolge gewerkschaftsfeindlicher Praktiken, der Entlassung von 320 Beschäftigten und polizeilichen Einschüchterungsmaßnahmen für 32 Tage lahmgelegt. Im Dezember 2016 unterzeichnete Hochtief dann ein "Teilabkommen“ mit SINTEC/FETRACOMA, durch das der Streik beendet wurde. Leider scheint sich die Geschichte nun zu wiederholen.

Nach dem 30. Juli, d. h. nach Aufnahme der Verhandlungen mit der STRABAG über den diesjährigen Tarifvertrag, verurteilte die Gewerkschaftsorganisation den Vorstoß des Unternehmens, die Löhne um 20 % zu senken, die Zahl der Mitarbeiter um 30 % zu reduzieren, jedem gewerkschaftlich organisierten oder auch im Rahmen des Konflikts von 2016 entlassenen Arbeiter 1 Million chilenische Pesos (rund USD1.400) auszuzahlen und im Gegenzug alle im vorangegangenen Tarifvertrag durchgesetzten Sonderleistungen zu streichen. Nachdem sich das Unternehmen daraufhin geweigert hatte, die Tarifverhandlungen mit SINTEC/FETRACOMA fortzusetzen, stieg es aus dem Verhandlungsprozess aus – woraufhin die Gewerkschaft mit Wirkung vom 29. September einen unbefristeten Streik erklärte.

In Reaktion darauf hat wiederum die STRABAG am 1. Oktober die Unterbringung der Arbeiter in San José de Maipo eingestellt und den Zugang zum Gelände geschlossen. Ebenso hat das Unternehmen entschieden, die Arbeiter vor Ort nicht länger mit Nahrungsmitteln zu versorgen, und ihnen den Transport von San José de Maipo zur Baustelle verweigert.

Die BHI hat die streikenden Arbeiter ihrer solidarischen Unterstützung versichert. Gewerkschaften in Costa Rica, Kolumbien, Brasilien, Panama und der Dominikanischen Republik haben sich ihr dabei angeschlossen.