BHI ruft IOC auf, sich für die Arbeitnehmer auf den Baustellen für die Olympischen Winterspiele 2018 in PyeongChang einzusetzen

11 September 2017 14:42

 

Am 14. und 15. September 2017 veranstaltete die Bau- und Holzarbeiter Internationale (BHI), der führende Gewerkschaftsverband für den Bau-, Holz- und Forstsektor sowie andere angegliederte Gewerkschaften der Branche, eine Kundgebung vor dem Lima Convention Center, in dem die 130. Session des Internationalen Olympischen Komitees stattfand. Damit sollte das IOC auf die noch immer ausstehenden Lohnzahlungen an die Bauarbeiter hingewiesen werden. Derzeit stehen Löhne in Höhe von nahezu umgerechnet einer Millionen US-Dollar zur Zahlung an die Bauarbeiter der Olympischen Sportstätten in PyeongChang aus. Darüber hinaus werden den auf den Infrastrukturprojekten rund um die Spiele beschäftigten Arbeitnehmern sechs Millionen USD geschuldet.

“Das IOC muss zu seinen in der Agenda 2020 eingegangen Verpflichtungen in Bezug auf die Einhaltung der Menschenrechte stehen und von seinem politischen Einfluss Gebrauch machen, um diese Themen unmittelbar anzusprechen”, betont BHI-Generalsekretär Ambet Yuson. „Die BHI hat das IOC in den letzten zwei Jahren konsequent auf das Problem der ausstehenden Löhne wie auch auf die prekären Sicherheits- und Gesundheitsaspekte hingewiesen. Leider hat es das IOC versäumt, konkrete Maßnahmen zu ergreifen und damit den Lebensunterhalt dieser Arbeitnehmer und ihrer Familien aufs Spiel gesetzt.”

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verfügt sowohl über den politischen Einfluss wie auch über die Verantwortung, die sofortige Auszahlung der ausstehenden Löhne zu fordern. Ein Arbeitnehmer, der für seine Arbeit bislang nicht entlohnt wurde, erklärt: „Das IOC kann darauf hinwirken, dass die Menschen rechtzeitig entlohnt werden und keiner erhöhten Verletzungsgefahr ausgesetzt sind. Wenn sie wollen, dass die Bauarbeiten korrekt ausgeführt werden, sollten sie sicherstellen, dass die auf den Baustellen Beschäftigten auch gut behandelt werden. Die Qualität der Bauarbeiten hängt von der Qualität der Arbeit der Bauarbeiter und von der Art und Weise ab, wie sie behandelt werden.”

Der südkoreanische Verband der Gewerkschaften im Baugewerbe KFCITU, eine Mitgliedsorganisation der BHI, war aktiv an der gewerkschaftlichen Organisierung der Arbeitnehmer auf den Baustellen rund um die Winterspiele 2018 in PyeongChang beteiligt. Die Gewerkschaft hat sich zudem in vorderster Front im Kampf der Arbeitnehmer gegen Dreiecksverträge und verdeckte Arbeitsverträge engagiert, die den Arbeitnehmern das Recht auf die Aushandlung von Tarifverträgen absprechen. Nicht wenige Gewerkschaftsangehörige sahen sich infolge ihrer Bemühungen Mobbing ausgesetzt oder wurden inhaftiert. Im Januar 2017 wurden drei KFCITU-Funktionäre aus politisch motivierten Gründen festgenommen.

Darüber hinaus verbüßt Han Sang-Gyun, Präsident des koreanischen Gewerkschaftsdachverbandes KCTU, derzeit eine dreijährige Haftstrafe für seine Rolle bei der Organisation einer legalen Demonstration gegen die Arbeitsmarktreformen durch die damalige Regierung von Ex-Premierministerin Park Geun Hye. Gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft hat die BHI zur sofortigen Freilassung von Präsident Han aufgerufen. Die Olympischen Winterspiele 2018 in PyeongChang würden mit einem Makel behaftet, sollten die Gewerkschaftsangehörigen sich während der Spiele weiterhin in Haft befindet.

Die BHI ruft das IOC daher zu folgenden Maßnahmen auf:

  • Nutzung seiner politischen Rolle zur Erleichterung einer sofortigen Auszahlung der ausstehenden Löhne an die Bauarbeiter.

  • Ausübung seines Einflusses, um Druck auf die neu gewählte Moon Jae In-Regierung auszuüben, damit die Angriffe auf Gewerkschaftsangehörige eingestellt und alle inhaftierten Gewerkschafter, darunter auch Han Sang-Gyun, freigelassen werden.

  • Konkretes Engagement gegenüber der BHI im Sinne einer langfristigen Lösung, damit zukünftige Spiele nicht mit ähnlichen Problemen wie die Winterspiele 2018 behaftet sind.

Für Interviews mit dem BHI-Generalsekretär Ambet Yuson setzen Sie sich bitte unter der Rufnummer +41 79 962 4793 mit Jin Sook Lee in Verbindung.