Die BHI-Mitgliedsverbände in Bulgarien berichten, dass die Regierung nicht genug unternimmt, um Arbeitsplätze und Einkommen der Arbeitnehmer im Kontext der Corona-Krise zu schützen.
In Bulgarien wurde am 13. März der nationale Notstand ausgerufen; das Land geht in jüngster Zeit durch eine schwerwiegende sozio-ökonomische Krise.
Schulen, Restaurants und andere öffentliche Orte wurden geschlossen. Außerdem wurde ein vorübergehendes Verbot für Urlaubsreisen verhängt, sowohl ins Inland als auch ins Ausland. Zahlreiche Unternehmen haben aufgrund von mangelnden Rohmateriallieferungen zwar die Betriebe geschlossen, doch die Regierung hat entschieden, die nicht-lebensnotwendige Produktion nicht komplett stillzulegen. Berichten zufolge hat dies die Arbeitsplatz- und Einkommenssicherheit unzähliger Arbeitnehmer stark untergraben. Die Gewerkschaften berichten, dass viele der regulär Beschäftigten keine andere Wahl hatten, als unbezahlten Urlaub zu beantragen. Zudem haben viele ihre Arbeit verloren, was noch schlimmer ist, wie die Gewerkschaften hervorheben.
Auf Druck der Gewerkschaften, darunter BHI-Mitgliedsverbände, beschloss die Regierung am 24. März mehrere temporäre Bestimmungen im Arbeitsrecht, die die Möglichkeit eröffnen, dass Arbeitnehmer während des Notstands bezahlte Abwesenheitstage bekommen.
Die Gewerkschaften fordern Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit, Sicherheit und Lebensgrundlage der Arbeitnehmer während der Krise, unter anderem: Lohnausgleichspakete zur Minderung der Einkommensverluste, einen Preisstopp für grundlegende Güter wie Nahrungs- oder Arzneimittel und das Recht für Arbeitnehmer, die Arbeit an solchen Arbeitsstätten zu verweigern, an denen die vorgeschriebenen Covid-19-Schutzmaßnahmen nicht eingehalten werden.
