Die BHI nimmt die innovative Gewerkschaftsarbeit als ihr Ziel und ihre Strategie für die Zukunft

30 November 2017 14:05

 

"Die BHI nimmt die innovative Gewerkschaftsarbeit als ihr Ziel und ihre Strategie für die Zukunft“, so BHI-Generalsekretär Ambet Yuson. Gleichzeitig wird anerkannt, dass auch unsere Mitgliedsverbände ihre eigenen Innovationen und Transformationen in den Gewerkschaften umsetzen. Das Forum fand am 29. November 2017 statt.

Die BHI hat insgesamt drei thematische Blöcke zu den Themen „Unsere Branchen“ und „Rechte“ organisiert. In einer Videobotschaft sagte Hassan El Thawadi, der Generalsekretär des katarischen WM-Ausschusses Supreme Committee for Delivery and Legacy (SCDL): „Ich bin überzeugt davon, dass sich dank der Möglichkeit der Ausrichtung der Weltmeisterschaft in Katar mit der Unterstützung zahlreicher Akteure viele Dinge ändern können, darunter auch die Arbeitsbedingungen.“ Er fügte hinzu: „Der SCDL profitiert von der Erfahrung der BHI im Bereich der Sozialleistungen."

Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe für Sportkampagnen, Dietmar Schäfers, unterstrich: „Vor fünf Jahren haben sie sich noch geweigert, mit uns zu sprechen, aber jetzt sind wir die einzige Gewerkschaft, die ein Abkommen erreicht hat."

In dem Veranstaltungsblock „Rechte“ wurde die Arbeit der BHI-Mitgliedsverbände hervorgehoben, die mit innovativen Kampagnen und Netzwerkarbeit für die Gewährleistung der Gewerkschaftsrechte und Arbeitnehmerrechte kämpfen. Der Schwerpunkt lag auf der Verknüpfung von Sport und Migration, internationalen Rahmenabkommen und der gewerkschaftlichen Aktivierung (Organising) sowie der Verteidigung der Arbeitnehmernetzwerke.

Der Block „Unsere Branchen“ legte den Schwerpunkt auf die Arbeit der BHI-Mitgliedsverbände bei der Umsetzung von innovativen Strategien bei der gewerkschaftlichen Aktivierung, den Verhandlungen und der Lobbyarbeit. Besonderer Fokus lag auf den Themen Baumaterialien-Zement, weltweite MNU-Netzwerke, Organising entlang der Liefer- und Produktkette und gewerkschaftliche Aktivierung von der Basis aus. Besonders herausgestellt wurde der Erfolg unseres Mitgliedsverbands in der Ukraine, der ein Tarifabkommen mit Heidelberg schließen konnte, das zu einer 60-prozentigen Lohnerhöhung führte. Die GTUBWW (Ägypten) berichtete über ihre Erfahrungen mit der Aufdeckung des tödlichen Arbeitsunfalls bei Titan Cement, wobei die Medien eine große Hilfe waren. Dadurch konnte die Gewerkschaft einen Ausschuss für Arbeitsschutz einrichten, um die Sicherheitsstandards bei diesem Unternehmen zu verbessern. Die IAMAW (USA) sprach über die gewerkschaftliche Aktivierung bei den Beschäftigten eines IKEA-Zulieferers in Virginia. Vertreter der STIEU (Malaysia) berichteten von ihrem Kampf um Anerkennung der Gewerkschaft bei einem multinationalen Unternehmen und erklärten, welch große Unterstützung das solidarische Gewerkschaftsnetzwerk dabei war. Die SUNTRACS (Panama) konnte ein breiteres Bündnis gegen neoliberale Politik aufbauen.

In dem Veranstaltungsblock „Rechte“, der als eine Art Talk Show konzipiert war, wurde dargestellt, welche verschiedenen Instrumente die BHI-Mitgliedsverbände verwenden, um über internationale Normungsmechanismen und Arbeitnehmerklauseln bessere Arbeitsbedingungen zu erreichen, so etwa die Beschwerdemechanismen von ILO und OECD, FSC und die Zertifizierungssysteme für die Forstwirtschaft, Leitlinien für die Beschaffung sowie Sozial- und Arbeitnehmerklauseln. Es wurde gesagt, dass Arbeitnehmerklauseln ein wichtiges Mittel seien, um gerechte und faire Löhne und Arbeitsbedingungen zu erreichen. Die Einbindung von Arbeitsnormen in Leitlinien für Ausschreibungen bieten eine gute Gelegenheit für die Kontaktaufnahme mit den Arbeitgebern und die Möglichkeit, sie darüber hinsichtlich der Arbeitnehmerrechte zur Rechenschaft zu ziehen. Die BHI war an einem entsprechenden Verfahren für die Weltbank beteiligt. Der Fall Uganda wurde vorgestellt. Es wurde vorgeschlagen, auch bei anderen Banken tätig zu werden, wie etwa der EXIM-Bank (China), da bei Projekten eine Reihe von Verletzungen der Rechte berichtet wurden. Die oben genannten Instrumente müssen selbstverständlich in Kombination mit gewerkschaftlicher Aktivierung auf lokaler Ebene angewendet werden. Zahlreiche Unternehmen, Verbände und Gremien legen großen Wert auf ihren Ruf. Daher besteht hier ein Hebel, den die Gewerkschaften und die BHI auch weiterhin nutzen sollten, um Zugang zum Thema der Arbeitnehmerrechte, der Tarifverhandlungen und der gewerkschaftlichen Aktivierung (Organising) zu erreichen.

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