Die Macht der Bilder: Mit Kunst gegen Gewalt gegenüber Frauen

Die BHI und ihr australischer Mitgliedsverband CFMEU (Gewerkschaft für die Baubranche, Forstwirtschaft, Bergbau und Energie) laden Gewerkschaften weltweit dazu ein, sich ebenfalls den künstlerischen Ansatz und dessen Botschaften zunutze zu machen, um ihre Aktivitäten gegen geschlechtsspezifische Gewalt zu verstärken.

Im Rahmen der „16 Aktionstage gegen Gewalt gegenüber Frauen“ dieses Jahr hat die BHI ihre Mitgliedsverbände dabei unterstützt, Kampagnen auf nationaler Ebene zu entwickeln und durchzuführen, die dann über die nächsten 16 Tage hinweg gezeigt werden. Unsere Mitgliedsgewerkschaften begrüßen diese Initiative und arbeiten mit uns zusammen, damit die Kampagne ein Erfolg wird. Die CFMEU ist federführend bei der Ausweitung der internationalen Solidarität in diesen Bestrebungen, über die Kunst ein Ende der Gewalt gegen Frauen zu Hause und bei der Arbeit zu fordern.  

Wie auch in anderen Ländern weltweit, hat in Australien die Gewalt gegen Frauen während der Pandemie extrem zugenommen. Darauf reagierte die CFMEU mit verstärkten Informationen für ihre Mitglieder zu geschlechtsspezifischer Gewalt, Arbeitsschutz und zum ILO-Übereinkommen Nr. 190 über die Beseitigung von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt. Darüber hinaus hat die Gewerkschaft mit Arbeitgebern über Klauseln in Tarifabkommen verhandelt, in denen Abwesenheitstage infolge von Gewalt innerhalb der Familie und sichere sowie respektvolle Schulungsveranstaltungen an der Arbeitsstätte thematisiert werden. Die CFMEU hat sich zudem für die Ratifizierung des Übereinkommens C190 eingesetzt, indem sie Lobbyarbeit beim australischen Attorney General, bei der Frauenministerin sowie über eine Petition bei der konservativ-liberalen Regierung betrieb.

Der Ansatz der CFMEU besteht bei ihrer Informationskampagne darin, geschlechtsspezifische Gewalt als ein Problem für die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz einzuordnen, und zielt darauf ab, die Einstellung der hauptsächlich männlichen Gewerkschaftsmitglieder zu ändern; die Botschaft „Männer haben noch andere Möglichkeiten als Gewalt“ soll dabei als Grundlage für die Bestrebungen dienen, der Gewalt gegen Frauen ein Ende zu bereiten. Um diese Aussage und die Anstrengungen in eine Form zu bringen, hat die CFMEU den Künstler Sam Wallman damit beauftragt, diese Themen präsent zu machen: Sicherheit und Harmonie in der Arbeitswelt und zu Hause, globale Solidarität in dieser Krisenzeit und die enorme Vielfalt an Erfahrungen, die überall von Gewerkschaftsmitgliedern gelebt wird.  

Die Karikatur, die wir in der Kunst sehen, stellt Arbeitnehmer aus unterschiedlichen Kulturen und Gegebenheiten dar, von denen jeder einzelne eine Welt ohne Gewalt und Belästigung verdient. Wenn wir über die Fluidität der Bilder unseres „alltäglichen Handelns“ nachdenken, werden wir angeleitet, die Gewerkschaft als eine positive Kraft wahrzunehmen, sowohl im öffentlichen Raum als auch im Privaten. Starke Gewerkschaften können besseren Schutz für die Arbeitnehmer erreichen und die Gesetzgebung besser beeinflussen, was wiederum das Leben ihrer Mitglieder über die grundlegenden Themen hinaus erleichtert. Im Fall von geschlechtsspezifischer Gewalt kommt der Einfluss nicht nur über die Bemühungen der Gewerkschaft an der Arbeitsstätte und in der Politik, sondern entsteht auch intern, durch die Werte von Respekt und Würde der Arbeitnehmer untereinander.  

Ursprünglich hatte die CFMEU geplant, die Teilnahme an der BHI-Arbeitnehmerinnenkonferenz in Madrid 2020 für einige Arbeitnehmerinnen aus der Baubranche finanziell zu unterstützen, doch die Corona-Pandemie machte diesem Plan einen Strich durch die Rechnung. Schnell fand die Gewerkschaft dann einen innovativen solidarischen Ansatz und verlagerte ihre Unterstützung auf die Erstellung dieser Kunstwerke, um sie mit anderen Gewerkschaften zu teilen und so der Tatsache zu begegnen, dass es immer notwendiger wird, Gewalt gegen Frauen am Arbeitsplatz zu bekämpfen; die Botschaft dabei lautet, dass die Ratifizierung des ILO-Übereinkommens Nr. 190 letztlich die Sicherheit von Frauen und Mädchen an der Arbeitsstätte erhöht. 

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, und mit diesem Ansatz können wir bei der CFMEU die Kolleginnen und Kollegen in anderen Gewerkschaften einladen, sich unseren Bemühungen anzuschließen, indem sie die Bildsprache der Kampagne verwenden und gleichzeitig ihre wertvollen Ressourcen schonen können, die sie brauchen werden, um weiterhin gewerkschaftliche Aufbauarbeit und Kampagnen in dieser Zeit der Pandemie durchzuführen. Wir sind überzeugt, dass diese Bildsprache divers genug ist, um verschiedene Branchen für die Kampagne zu gewinnen, so dass sie die Kunst nach ihren Vorstellungen verwenden, sie entsprechend ihren Zwecken anpassen und für zukünftige Kampagnen gegen geschlechtsspezifische Gewalt aufheben“, sagte Lisa Zanatta, die bei der CFMEU für die gewerkschaftliche Aufbauarbeit und Arbeitnehmerinnenthemen zuständig ist.

Wer sich für die Grafiken in hoher Auflösung interessiert, kontaktiert bitte die BHI-Mitarbeiter in der entsprechenden Region. Verbreiten wir gemeinsam auf kreative Art und Weise die Botschaft „Sicher bei der Arbeit. Sicher zu Hause.“