Gewerkschaften in Ostafrika drängen auf gemeinsame Inspektionen bei IFI-finanzierten Infrastrukturprojekten

Die BHI-Subregion Ostafrika hat vom 7.-10. März in Nairobi (Kenia) einen viertägigen Workshop zur Theory of Change und der Entwicklung von FNV-Infrastrukturprojekten abgehalten. An dieser Veranstaltung nahmen 24 Teilnehmer aus acht Mitgliedsverbänden in Ostafrika teil, ebenso wie die BHI-Regionalvertreterin für Afrika und den Nahen Osten, Crecentia Mofokeng, der BHI-Regionalreferent für Bildung, Schulungen und Information, Garikanai Shoko, die BHI-Koordinatorin der globalen Ebene für Infrastruktur und Bau, Linnea Wikström, sowie die FNV-Berater Hope Kabuchi und Saskia Brand.


Der Workshop hatte zum Ziel, zukünftige Strategien auszuarbeiten, um die Arbeitnehmer in der Baubranche besser zu schützen (auch Arbeitnehmerinnen, junge Beschäftigte und Migranten), etwa über Gesetze, Maßnahmen, inklusive Tarifabkommen und faire Beschaffungspraktiken. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, die globale Theory of Change auf die Subregion Ostafrika anzuwenden.


Da die regionale Strategie den Einfluss bei internationalen Finanzinstitutionen wie der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) in den Mittelpunkt stellt, gab es einen Veranstaltungsteil mit Annah Rutebuka Muja, einer Vertreterin der AfDB mit Zuständigkeiten für Umwelt und Sozialstandards in der Region. 


Bei dieser Session gab es Einblicke in die Funktionsweise des Standard-Systems der AfDB und es wurden mögliche Ansatzpunkte für Gewerkschaften besprochen, über die sie sich stärker in die Planungen und Kontrollen der Bank einbringen könnten. Muja drängte die Gewerkschaften zudem, sich bei internationalen und regionalen Finanzinstitutionen zu engagieren, indem sie ihre Sichtbarkeit und Relevanz verstärken und zu diesem Zweck an den Arbeitsstätten präsenter sind und den IFI evidenzbasierte Fakten präsentieren.


Die BHI und ihre Mitgliedsverbände in der Region verständigten sich darauf, sich auch weiterhin bei der AfDB einzubringen, und baten die Bank eindringlich um gemeinsame Inspektionen der Arbeitsstätten bei den aktuell von ihr finanzierten Infrastrukturprojekten. 


Im Rahmen der Solidarität nutzte die BHI-Subregion Ostafrika zudem die Gelegenheit und rief die Entscheidungsträger der Welt dazu auf, die russische Invasion der Ukraine zu verurteilen. Sie drängte die internationale Gemeinschaft, Möglichkeiten für sozialen Dialog zu organisieren und friedliche Lösungen zu finden, um das Leid der Menschen in der Ukraine zu beenden.