Südosteuropa: Gewerkschaften mit Online-Meetings, auch bei der BHI-Kampagne zum Tag der Arbeit

28 April 2020 07:30

Am 16. April fand eine virtuelle Sitzung von Gewerkschaftsführern aus BHI-Mitgliedsverbänden in Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Nordmazedonien, Serbien und Slowenien statt, bei der die Probleme besprochen wurden, mit denen sich die Arbeitnehmer als Folge der Covid-19-Pandemie konfrontiert sehen. Dabei wurde die Teilnahme an der BHI-Kampagne „Arbeitnehmer schützen! Covid-19 stoppen“ bekräftigt, die auf globaler Ebene im Rahmen des internationalen Gedenktags für die Opfer von Arbeitsunfällen am 28. April durchgeführt wurde. Die Gewerkschaften machen sich die sozialen Medien zunutze, um Informationen weiterzuleiten und die Arbeitnehmer angesichts dieser Gesundheitskrise für die Themen Sicherheit und Gesundheit zu sensibilisieren.  

Die Gewerkschaftsführer sprachen während der Sitzung auch über Todesfälle an der Arbeitsstätte. Sie sagten, dass schon vor der Krise sehr viele Arbeitnehmer in den Ländern Südosteuropas aufgrund von Unfällen bei der Arbeit verletzt oder getötet worden waren. Die Arbeitnehmer sind nun nicht mehr nur den bekannten Gefahren ausgesetzt, sondern zusätzlich auch neuen Risiken, die durch Covid-19 entstehen.  

Wie von den Gewerkschaftsführern bekräftigt wurde, sind Investitionen in die Vorbeugung und das gefahrenfreie Arbeiten einer der wichtigsten Punkte, besonders während einer Pandemie. Ihrer Meinung nach müssen Gewerkschaften nicht nur bei der Kontrolle von Arbeitsschutzmaßnahmen eine größere Rolle spielen, sondern auch im Monitoring, bei Verhandlungen, Information und Schulung sowie anderen Sensibilisierungsinitiativen.  

Darüber hinaus zeigten sich die Gewerkschaften besorgt über Initiativen der Regierungen in einigen Ländern der Region, die Änderungen des Arbeitsrechts planen, wodurch die Arbeitnehmer weniger Rechte hätten und das System der Tarifverhandlungen auf nationaler Ebene sowie branchenweit untergraben würde. Sie sagten, Arbeitnehmerrechte und soziale Rechte könne man nicht aussetzen. Zudem erläuterten sie, dass die Arbeitgeber keine unilateralen Änderungen der Tarifabkommen und Beschäftigungsverträge vornehmen dürften, da dies bilaterale Abkommen sind, die mit Gewerkschaften oder Arbeitnehmern geschlossen wurden. Dies trifft insbesondere auf Arbeitsschutzmaßnahmen zu, einschließlich der Maßnahmen gegen Covid-19, die die Arbeitszeitorganisation und das Recht auf Lohn oder Lohnersatzleistungen betreffen.