Wiedereinstellung von 1.600 pakistanischen Beschäftigten nach 12-tägiger Blockade des Highways

04 June 2020 02:05


 

 
 

Beschäftigte des Wasserkraftbauprojekts Suki Kinari konnten am 2. Juni ein Abkommen mit dem Konzern China Gezhouba Group Company (CGGC) und lokalen Regierungsbeamten unterzeichnen, mit dem die Wiedereinstellung von 1.600 entlassenen Bauarbeitern ermöglicht wird, nachdem diese zwölf Tage lang einen Highway, der zu ihrer Baustelle führt, blockiert hatten.

„Dies ist ein bedeutsamer Sieg in einer sehr schwierigen Zeit. Wir sind außerordentlich stolz auf unsere mutigen Mitglieder, die aktiv geworden sind“, sagte Aslam Adil, der Generalsekretär des Verbands der Bau- und Holzarbeiter von Pakistan (PFBWW).  

Berichten zufolge hatte das Unternehmen CGGC zu Beginn der Corona-Krise im Land 1.600 Arbeitnehmern gekündigt, darunter über 400 Gewerkschaftsmitgliedern. Als Reaktion darauf blockierten die Beschäftigten die Nachschubversorgung für das Bauprojekt und die Baustelle am nahegelegenen Highway, so dass kein Zement, Diesel oder Benzin auf den Baustellen verfügbar war.

„Wir sind auf die Straße gegangen, weil unser Arbeitgeber die Entscheidung getroffen hat, uns zu entlassen und unsere Löhne für die letzten drei Monate zurückzubehalten“, berichtete der Gewerkschaftsvorsitzende Tahir Hussain Shah. „Unsere Familien haben Probleme aufgrund der Kündigungen und der Nichtzahlung der Löhne, die zudem gegen die Anweisungen der Regierung verstoßen.“

Das Gesetz in Pakistan legt fest, dass Arbeitgeber verpflichtet sind, Entlassungsabfindungen an die Beschäftigten zu zahlen, denen sie kündigen. Die Gewerkschaft sagte, noch viel schlimmer sei gewesen, dass die Arbeitnehmer mitten während der Vorbereitungen auf die Feierlichkeiten des „Eid“-Festes entlassen worden waren.

„CGGC hat schon öfter ein solches Verhalten an den Tag gelegt. Beim nahegelegenen Wasserkraftprojekt Neelum Jhelum werden den Beschäftigten regelmäßig ihre Rechte verweigert. Wir sind außerdem in Sorge über das Verhalten von CGGC auf der Staudamm-Baustelle Mohmand“, betonte Adil.  

Im Mai 2017 hatte die BHI beim ILO-Ausschuss für Vereinigungsfreiheit eine Beschwerde eingebracht, die sich auf das Verhalten von CGGC beim Wasserkraftbauprojekt Suki Kinari bezog. Die BHI sagte, die Regierung von Pakistan muss mehr tun, um zu gewährleisten, dass Unternehmen die Vereinigungsfreiheit und das Recht der Arbeitnehmer auf Kollektivverhandlungen vollumfassend achten.