Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz – 28. April 2017 – Gewerkschaften machen die Arbeit sicherer!

20 April 2017 12:49

Alljährlich am 28. April organisieren Gewerkschaften in der ganzen Welt Aktionen, mit denen sie den von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ins Leben gerufenen Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz begehen. Die BHI freut sich, das diesjährige internationale Motto „Gewerkschaften machen die Arbeit sicherer“ bekannt zu geben.

Den Gewerkschaften fällt eine erhebliche Verantwortung zu, die Arbeitgeber zur Einleitung von Maßnahmen zur Vermeidung von Gesundheits- und Sicherheitsrisiken am Arbeitsplatz zu bewegen, um das Leben der Arbeitnehmer zu schützen. Selbst bei der Ausführung von Routinearbeiten kommt es weiterhin vor, dass Arbeitnehmer dabei ihr Leben verlieren oder sich Verletzungen oder Krankheiten zuziehen. Die Gefahren sind ebenso wie die erforderlichen Präventionsmaßnahmen sehr wohl bekannt. Die überwiegende Anzahl solcher „Unfälle“ sind vollkommen vorhersehbar und wären daher vermeidbar. Verursacht werden sie entweder durch ein fehlendes Risikomanagement oder aber durch einfache Nachlässigkeit seitens des Arbeitgebers:

  • Vor diesem Hintergrund werden sämtliche BHI-Mitgliedsorganisationen zur Durchführung von Kampagnen aufgefordert. Hierfür sollten sie sich für eines oder mehrere der hier aufgelisteten Themen als Motto der Aktion entscheiden.Zement-, Bau- und Holzsektor: „Jeder Todesfall ist einer zu viel“. Aus einer kürzlich von der BHI im Zementsektor durchgeführten Umfrage geht hervor, dass sich 83% der Arbeitsunfälle mit Todesfolge im Sektor bei Arbeiten ereignen, die an Subunternehmer weitergeben wurden. 30% der befragten Zementbetriebe hatten in den vergangenen drei Jahren mindestens einen Todesfall zu beklagen, 60% berichten über beruflich bedingte Erkrankungen. Diese Zahlen widersprechen einer guten Unternehmensführung, da in 20% der Betriebe keine regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen für Arbeitnehmer stattfinden. Die Beschäftigten im Bau- und Holzsektor sind routinemäßig und übermäßig fast sämtlichen zentralen Risikofaktoren wie Chemikalien, Feinstaub, der Bedienung von Maschinen mit bloßen Händen sowie physischen und psychosozialen Belastungen ausgesetzt. Sägewerke sind die bei weitem gefährlichsten Arbeitsplätze. Die Arbeit dort wird zunehmend an Subunternehmer weitervergeben bzw. in den informellen Bereich verlegt, was wiederum zu einer Verschlechterung der Bedingungen für die Arbeitnehmer führt.

  • Arbeitsmigranten: „Keine Fremdenfeindlichkeit bei der Arbeit“. Arbeitsmigranten sind in vielen Ländern der Welt unsicheren, schmutzigen und gefährlichen Arbeitsbedingungen ausgesetzt. Gleichzeitig sind sie häufig Opfer von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Dieses Phänomen hat sich aufgrund der migranten- und fremdenfeindlichen Polemik noch weiter verschärft.

  • Frauen: „Keine geschlechtsspezifische Gewalt am Arbeitsplatz“. Mehr als 35% der Frauen weltweit haben physische und/oder sexuelle Gewalt am Arbeitsplatz erfahren. Zwischen 40% und 50% der Frauen waren mit ungewollten sexuellen Annäherungsversuchen, Körperkontakt sowie weiteren Formen der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz konfrontiert.

  • Asbest tötet: „Verbot dem Killerstaub Asbest“. Internationalen Schätzungen zufolge sterben alljährlich mindestens 100.000 Menschen an durch Asbest verursachten Krankheiten. Da in vielen Ländern medizinische Daten nicht systematisch erfasst werden, ist davon auszugehen, dass die tatsächliche Zahl sicherlich noch weitaus höher ist. Darüber hinaus ist vielen Opfern überhaupt nicht bewusst, dass sie Asbest ausgesetzt waren. Zudem werden durch Asbest verursachte Erkrankungen aufgrund der häufig großen Zeitspanne zwischen der Asbestexposition und dem Auftreten von Symptomen nicht richtig diagnostiziert bzw. behandelt und ihnen kann - was noch viel wichtiger wäre - nicht entsprechend vorgebeugt werden.

Bitte informieren Sie uns detailliert über Ihre geplanten Aktivitäten, die für die Aktion vorgesehenen Ressourcen sowie die für den 28. April 2017 angefertigten Illustrationen. Bitte senden Sie uns die Unterlagen an folgende E-Mail-Adresse: info@bwint.org

Sämtliche Materialien werden auf der BHI-Website veröffentlicht.

Amandla! Alle Macht den Arbeitnehmern.