Die Covid-19-Pandemie konnte die führenden Vertreter von Migrantenverbänden in Katar nicht davon abhalten, am internationalen Tag der Arbeit zumindest virtuell zusammenzukommen. Gemeinsam mit dem Büro des stellvertretenden Undersecretary für Beschäftigung des katarischen Ministeriums für administrative Entwicklung, Beschäftigung und Soziales wurde von der BHI ein Webinar für führende Vertreter der Migrantengruppen und Arbeitnehmervertreter organisiert.
BHI-Generalsekretär Ambet Yuson wandte sich an die Teilnehmer des Webinars und betonte: „Dies ist eine schwierige Zeit, die Gefühle wie Angst und Unsicherheit mit sich bringt, wir denken an unsere Familie zuhause. Ich möchte Ihnen und Euch versichern, dass die Globalen Gewerkschaftsföderationen Euch zur Seite stehen — BHI, IDWF, IGB, UNI und ITF. Jetzt sind Einheit und weltweite Solidarität gefragt.“
Yuson würdigte zudem die Institutionen in Katar und sagte: „Das Arbeitsministerium und das Supreme Committee for Delivery and Legacy setzen sich nach Kräften dafür ein, dass die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten gewährleistet sind und dass die Löhne und Sozialleistungen bezahlt werden.“
Der Hauptredner des Webinars war seine Exzellenz, der stellvertretende Undersecretary Mohammed Hassan Al-Obaidly; er nutzte die Gelegenheit, um noch einmal deutlich zu machen, dass der Staat Katar auch weiterhin die Würde der Arbeitnehmer sehr wichtig nimmt. Er erläuterte: „Unser Staatsoberhaupt, HH Scheich Tamin bin Hamad Al Thani, hat immer wieder Stellungnahmen und Richtlinien an die gesamte katarische Regierung herausgegeben, um zu gewährleisten, dass in unserem Land das Prinzip der guten, menschenwürdigen Arbeit beachtet wird. Wir haben immer wieder den Arbeitsmigranten unseren großen Dank ausgesprochen, die beim Aufbau unseres Landes geholfen haben und helfen. Die Regierung von Katar lässt nichts unversucht, um sicherzustellen, dass die Arbeitnehmer so gut wie möglich vor den schlimmen Auswirkungen dieser Krise geschützt sind.“
„Wir haben Leitlinien zu Gesundheit und Beschäftigung herausgegeben; wir haben mit Ihnen bei der Informations- und Schulungskampagne zusammengearbeitet, wodurch wir bisher fast 300.000 Beschäftigte erreichen konnten; wir haben alternative Mechanismen für Arbeitnehmerbeschwerden eingerichtet, da die Freizügigkeit der Menschen derzeit eingeschränkt sein muss; wir haben die Inspektionen verstärkt und gehen gerichtlich gegen die Verletzung von Standards vor, die in unseren Gesetzen verankert sind; so sind wir etwa gegen katarische Staatsbürger und nicht-katarische Bürger vorgegangen“, fügte Al-Obaidly hinzu.
Vertreter der Arbeitnehmergruppen aus Indien, Bangladesch, Nepal und afrikanischen Ländern berichteten im Laufe des Webinars abwechselnd von ihren Erfahrungen und Initiativen der jeweiligen Migrantengruppen und wie sie die Nöte dieser Menschen zu lösen versuchen. Der stellvertretende Undersecretary Al-Obaidly versicherte den führenden Vertretern der Arbeitnehmer und Migrantengruppen, dass sein Büro auch weiterhin mit ihnen zusammenarbeiten werde, um die Probleme der Arbeitnehmer anzugehen, die dem Ministerium vorgebracht werden.
Er sagte zudem: „Ich freue mich, Ihnen berichten zu können, dass es ein Schreiben an die katarische Regierung von einer Gruppe internationaler Gewerkschaften und Organisationen der Zivilgesellschaft gab, in dem es heißt, dass sie anerkennen, dass Katar beim Umgang mit dieser Krise transparent agiert und dass sie den Ansatz Katars beim Krisenmanagement loben.“
Al-Obaidly bezog sich dabei auf einen Aufruf der BHI im März, die sich zusammen mit anderen Gewerkschaften und gesellschaftlichen Bewegungen an die Regierungen der Golfstaaten gewandt hatte, um die Arbeitsmigranten vor der Pandemie zu schützen, indem ihnen während der Ausgangsbeschränkungen der Zugang zur Gesundheitsfürsorge ermöglicht wird, ihre Löhne gesichert und die Menschenrechtsprinzipien geachtet werden.
Bei diesem Webinar war zudem der Leiter des ILO-Katar-Projekts, Houtan Homayounpour, zugegen, der sagte: „Trotz der schwierigen Umstände ist es von größter Bedeutung, dass wir zusammenkommen und den Tag der Arbeit feiern. Damit zollen wir Ihnen allen Anerkennung, für alles, was Sie leisten.“
Führende Vertreter der Globalen Gewerkschaftsföderationen IDWF, ITF, UNI Global Union und IGB hatten Sprachnachrichten bzw. Aufnahmen geschickt.
In ihrer aufgenommenen Botschaft sagte IGB-Generalsekretärin Sharan Burrow: „Uns ist bewusst, dass es immer noch zwei Gesetze gibt, die es zu ändern gilt. Die katarische Regierung hat diese Zusage gemacht — das NOC soll abgeschafft und ein stichhaltiges Mindestlohnniveau eingeführt werden. Wir hoffen, dass diese Änderungen bald erfolgen. In der Zwischenzeit erkennen wir jedoch an, dass Katar (im Gegensatz zu einigen der anderen Golfstaaten) sowohl hinsichtlich der Unterkünfte sowie durch Nahrungsmittel und andere angesprochene Punkte, als auch an den Arbeitsstätten Unterstützung geleistet hat, um zu gewährleisten, dass die Beschäftigten so sicher wie angesichts von Covid-19 möglich sein können.“
