Jetzt handeln: Internationaler Gedenktag für die Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten28. April 2026 

Published on 24 March 2026

Internationaler Gedenktag für die Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten
28. April 2026 
Intensivierung der Kampagne „Too Hot To Work”  
Vom Bewusstsein zu Vereinbarungen 

 

Am 28. April, dem Internationalen Gedenktag für die Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, kämpft die BHI für die Anliegen der Lebenden und gedenkt derer, die wir verloren haben. 

 Im Jahr 2026 intensivieren wir unsere weltweite Kampagne „Too Hot To Work” (Zu heiß zum Arbeiten) und setzen uns gleichzeitig mit den zunehmenden Auswirkungen extremer Wetterereignisse auf Arbeitnehmer auseinander. 

 Hitzestress ist kein saisonales Problem mehr. Es handelt sich um eine strukturbedingte Gefahr am Arbeitsplatz, die durch den Klimawandel, unsichere Produktionsziele und eine schwache Durchsetzung verursacht wird. Gleichzeitig sind Arbeitnehmer zunehmend extremen Wetterbedingungen, Hitzewellen, Stürmen, Überschwemmungen, Waldbränden und unvorhersehbaren Klimabedingungen ausgesetzt, die ihre Sicherheit und ihr Leben gefährden. Im Jahr 2023 schätzte die WHO, dass bis 2030 jährlich 250.000 zusätzliche Todesfälle aufgrund des Klimawandels zu erwarten sind. Im Jahr 2024 gab ein Bericht der ILO an, dass mindestens 2,41 Milliarden Arbeitnehmer – 71 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung – übermäßiger Hitze ausgesetzt sind, was jährlich zu 22,85 Millionen Verletzungen und 18.970 Todesfällen führt. 

 Arbeitnehmer in der Bauindustrie, der Baustoffindustrie, der Forstwirtschaft und verwandten Branchen zahlen den Preis dafür. 

 In diesem Jahr ist unsere Priorität klar: Nach der Sensibilisierung muss jetzt durchsetzbarer Schutz  gegeben sein. 

Die Mitgliedsorganisationen werden aufgefordert, auf verbindliche Verpflichtungen zu drängen, darunter 

  • Tarifverträge mit Klauseln zu Hitze- und Klimarisiken 
  • Sektorale oder nationale Rahmenvereinbarungen 
  • Rechtliche und regulatorische Reformen 
  • Hitze- und Klimaschutzpläne auf Unternehmensebene 
  • Gemeinsame Erklärungen mit Arbeitgebern 

 Wo bereits Vereinbarungen bestehen, sollen diese gefördt und als Vorlagen genutzt werden. 
Wo Schutzmaßnahmen schwach sind oder fehlen, soll auf neue Unterzeichnungen und stärkere Verpflichtungen gedrängt werden. 

 Die BHI und ihre Mitgliedsorganisationen fordern Schutzmaßnahmen, die Folgendes garantieren:  

  • Das Recht, bei extremer Hitze oder gefährlichen Wetterbedingungen ohne Vergeltungsmaßnahmen die Arbeit einzustellen, durch festgelegte Höchsttemperaturgrenzen, die Wetterbedingungen und Luftfeuchtigkeit berücksichtigen. 
  • Vergütete Pausen zur Abkühlung und angepasste Arbeitszeiten 
  • Zugang zu Wasser, Schatten, Belüftung und Schutzmaßnahmen, die den Wetterrisiken angemessen sind 
  • Obligatorische Bewertungen von Hitze- und Klimarisiken 
  • Notfallvorsorge und Evakuierungsverfahren 
  • Einkommensschutz bei Arbeitsausfall aufgrund unsicherer klimatischer Bedingungen 
  • Entschädigung und langfristige Unterstützung für betroffene Arbeitnehmer 

Hitzestress ist vorhersehbar. Die Klimarisiken eskalieren. Todesfälle sind vermeidbar. 

Kein Arbeitnehmer sollte auf guten Willen angewiesen sein. Schutzmaßnahmen müssen schriftlich festgehalten, unterzeichnet und durchsetzbar sein. 

 Jetzt handeln! 

 Vereinbarungen sichern oder stärken 

  • Bestehende Tarifverträge oder gemeinsame Vereinbarungen mit Schutzmaßnahmen gegen Hitze und extreme Wetterbedingungen an die Öffentlichkeit bringen 
  • Verhandlungen initiieren, wo noch kein Schutz besteht 

Mobilisierung und Schulung der Arbeitnehmer 

  • Toolbox-Gespräche und Weiterbildungen zu Hitzestress und Klimarisiken durchführen 
  • Sicherheitsbeauftragte befähigen, klimabedingte Gefahren zu erkennen 
  •  

Regierungen mit einbeziehen 

  • Auf rechtsverbindliche nationale Standards und Sozialschutzsysteme drängen, die Hitzegefahren und Risiken durch extreme Wetterereignisse berücksichtigen 
  • Integration des Klimaschutzes in nationale Arbeitsschutz- und Anpassungsstrategien fordern. 

 Teilen Sie Ihre Vereinbarungen und Maßnahmen 

Zeigen Sie die Macht der Gewerkschaften in Aktion. 

 Senden Sie uns:  

  • Unterzeichnete Vereinbarungen 
  • Gemeinsame Erklärungen 
  • Kollektivvertragsklauseln 
  • Nationale rechtliche Verpflichtungen 
  • Fotos und Videos von Veranstaltungen oder Mobilisierungen 

 Teilen Sie diese mit Ihrem regionalen Koordinator, und Ihre Aktionen werden auf www.28april.org vorgestellt. 

 #TooHotToWork #IWMD26 #BHI