1 December 2025
INDIEN BWI-MITGLIEDSORGANISATIONEN BETEILIGEN SICH AN BUNDESWEITEN PROTESTEN GEGEN NEUE ARBEITSGESETZE
Tausende von Arbeitnehmern aus dem informellen und formellen Sektor in ganz Indien schlossen sich am 26. November 2025 einem landesweiten Protest an, um sich gegen die Umsetzung der von der Zentralregierung am 21. November mitgeteilten Arbeitsgesetze zu wehren. Die Demonstrationen wurden von einer gemeinsamen Plattform von zehn zentralen Gewerkschaften und der Gemeinsame Bauernbewegung (Samyukt Kisan Morcha) organisiert, der sich auch die Mitgliedsorganisationen der BWI anschlossen.
Die Demonstranten verurteilten die Überarbeitung des indischen Arbeitsrechtsrahmens, bei der 29 bestehende Gesetze durch vier konsolidierte Kodizes ersetzt wurden. Sie nannten es "einen betrügerischen Betrug an der Arbeiterklasse", der die Arbeitsplatzsicherheit bedroht, Tarifverhandlungen schwächt und hart erkämpfte Rechte untergräbt. Gewerkschaftsvertreter argumentierten, dass die neue Struktur den Arbeitgebern unverhältnismäßig viele Befugnisse einräumt und wesentliche Schutzmechanismen aushÅ‘hlt, und das zu einer Zeit, in der die Arbeitnehmer bereits mit der Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen haben. Es wurden starke Bedenken gegen die Aushöhlung des Kündigungsschutzes geäußert, da die Regierung die Schwelle für Entlassungen von 100 auf 300 Arbeitnehmer angehoben hat, wodurch Arbeitgeber ohne staatliche Genehmigung Personal entlassen können, die Arbeitszeiten verlängert wurden, die Gründung und Anerkennung von Gewerkschaften erschwert wurde und auch die Streitbeilegung geschwächt wurde, indem Arbeitsgerichte durch Tribunale ersetzt und den Registratoren weitreichendere Befugnisse zur Löschung von Gewerkschaften aus dem Register eingeräumt wurden.
In einem an den indischen Präsidenten gerichteten Memorandum verurteilte das gemeinsame Gewerkschaftsforum die Arbeitsgesetze, weil sie die grundlegenden Arbeitsrechte negieren und den demokratischen Spielraum der Arbeitnehmer beschneiden, und forderte ihre sofortige Aufhebung.
Dr. R.C. Khuntia, Vizepräsident des indischen Nationaler Gewerkschaftsbund (INTUC), Mitglied des Weltvorstands der BWI und stellvertretender Vorsitzender für den asiatisch-pazifischen Raum, bekräftigtedie Entschlossenheit der Gewerkschaften :"Die Bedingungen für Arbeitnehmer und Gewerkschaften verschlechtern sich weiter, undderheutige Protest ist eine kraftvolle Erklärung unseres gemeinsamen Handelns zur Sicherung einer gerechten und würdigen Zukunft. Die Arbeiterklasse wird nicht nachgeben, und unser Kampf für Rechte und Gerechtigkeit wird weitergehen. Wir danken allen Gewerkschaften, die sich heute für die Rechte der Arbeitnehmer in ganz Indien eingesetzt haben".