11 December 2025
BHI@20: KEIN SCHRITT ZURÜCK IM KAMPF FÜR MENSCHENRECHTE UND DEMOKRATIE
Die Bau- und Holzarbeiter Internationale (BHI) feierte am 10. Dezember 2025 ihr 20-jähriges Bestehen mit einem globalen Webinar zum Thema „Kein Schritt zurück. Organisieren, Widerstand leisten, aufbauen!“, bei dem fast 300 Gewerkschaftsbeauftragte, Organisierende und Aktivist*innen aus der ganzen Welt zusammenkamen, um sich der eskalierenden Krise des Demokratieabbaus und des zurückgehenden zivilen Raums zu stellen. Die Veranstaltung, die in Verbindung mit dem Internationalen Tag der Menschenrechte stattfand, bekräftigte die zentrale Rolle der Gewerkschaften bei der Verteidigung von Rechten, Freiheiten und Demokratie.
Sie begann mit einem Rückblick auf die zwei Jahrzehnte globaler Organisierungsarbeit der BHI mit einer Videoaufnahme der wichtigsten Meilensteine und Kämpfe, gefolgt von persönlichen Berichten von Mitgliedsgewerkschaften über ihren Weg mit der BHI. Ein Auszug aus der Rede der Friedensnobelpreisträgerin Maria Ressa vor den Vereinten Nationen verdeutlichte die aktuelle Perspektive und umriss den dringenden globalen Kontext, in dem die Gewerkschaften heute agieren.
„Dieses Treffen ist Teil der sechsmonatigen Feierlichkeiten angesichts der zwei Jahrzehnte weltweiter Solidarität“, so BHI-Präsident Olof Sjöö in seiner Eröffnungsansprache. Unser globaler Gewerkschaftsverband ist wie ein junger Erwachsener – lernend, innovativ, experimentierfreudig und manchmal eigensinnig. Unsere Errungenschaften und Siege wären ohne die Beiträge unserer Mitgliedsgewerkschaften und die Zusammenarbeit mit unseren Solidaritätspartnern und Partnern aus der Industrie nicht möglich.“
Eine Gruppe von Führungskräften aus Argentinien, Indien, den Vereinigten Staaten, Tunesien und Italien unter der Leitung von Marta Pujadas (UOCRA), Rashim Bedi (SEWA), Ryan Kekeris (IUPAT), Taieb Bahri (FGBB) und Antonio Di Franco (FILLEA-CGIL) erörterte die verschiedenen Formen des Demokratiedefizits in ihren jeweiligen Ländern, von politischer Unterdrückung und Angriffen auf die bürgerlichen Freiheiten bis hin zu aggressiver Gewerkschaftsfeindlichkeit und Beschränkungen von Tarifverhandlungen. Sie erläuterten die Auswirkungen dieser Krisen auf die Arbeitsbeziehungen sowie die wachsenden Herausforderungen, denen sich die Gewerkschaften bei der Verteidigung der Arbeitnehmerrechte gegenübersehen.
In dem Gespräch wurden auch überzeugende Beispiele für den Widerstand genannt. Die Podiumsteilnehmer*innen berichteten über innovative Strategien, von der digitalen Organisierung und Mobilisierung bis hin zu internationalen Solidaritätskampagnen, die zu bedeutenden Erfolgen vor Ort geführt haben.
Das Webinar endete mit einer zusammenfassenden und abschließenden Botschaft von BHI-Generalsekretär Ambet Yuson, der die Notwendigkeit einer stärkeren globalen Solidarität unterstrich und die Entschlossenheit der BHI bekräftigte, demokratischen Rückschritten entschieden entgegenzutreten. Er betonte, dass der Aufruf „Organisieren, Widerstehen, Aufbauen“ auch im dritten Jahrzehnt des Bestehens der BHI sowohl ein Appell zum Kampf als auch ein strategischer Fahrplan für die Zukunft ist.
„Unsere Podiumsteilnehmer*innen haben uns einen Einblick in die Dynamik ihrer Gesellschaften gegeben. Die Vorrangstellung von Kapital und Profit, das Scheitern der Wohlfahrtsstaaten, die Korruption der etablierten Parteien und auch die unverhohlene Machtübernahme nach einer sozialen Krise haben Länder geschaffen, die sich auf dem Weg hin zum Faschismus und zu illiberalen Demokratien befinden“, sagte Yuson.
„Aber die Beschäftigten widersetzen sich. Wir haben von starken Mobilisierungen in Italien, den USA, Argentinien, Indien und Tunesien gehört. Wir haben Generalstreiks in Indien und Italien erlebt. Die globale Gewerkschaftsbewegung hat eine internationale Kampagne in Tunesien gestartet. Der Kampf der Gewerkschaften und Pensionierten in Argentinien geht weiter. Die BHI wird weiterhin Gewerkschaften organisieren, Widerstand leisten und Gewerkschaften als Schulen der Demokratie aufbauen. Wir machen keinen Schritt zurück. Wir kämpfen weiter“, schloss Yuson. #