20 March 2026

PALÄSTINA: BHI VERURTEILT TÖTUNG EINES PALÄSTINENSISCHEN BAUARBEITERS UND SEINER FAMILIE IM WESTJORDANLAND

(Foto: JAAFAR ASHTIYEH / AFP)


Die Bau- und Holzarbeiter Internationale (BHI) verurteilt die Ermordung des palästinensischen Bauarbeiters Ali Khaled Sayel Bani Odeh und seiner Familie in Tammun, südlich von Tubas, am 15. März 2026, auf das Schärfste.

Nach Angaben des Allgemeinen Palästinensischen Gewerkschaftsbundes (PGFTU) und Medienberichten wurden Ali Bani Odeh (37), seine Frau Waad Othman Aql Bani Odeh (35) und ihre beiden jungen Söhne Mohammad (5) und Othman (7) getötet, als ihr Fahrzeug auf dem Heimweg von den israelischen Streitkräften (IDF) beschossen wurde. Zwei weitere Kinder wurden verletzt.

Es handelt sich nicht nur um die Ermordung eines Arbeiters. Eine ganze Familie wurde zerstört.

Ein Arbeiter kehrte von seiner Arbeit im Baugewerbe innerhalb Israels zurück, nachdem er eine Zeit lang weg gewesen war, um für seine Angehörigen zu sorgen. Er fuhr mit seiner Familie in die Stadt Nablus (Westjordanland), um einen einfachen gemeinsamen Abend zu verbringen und dann Kleidung für das Zuckerfest zu kaufen, in der Hoffnung, nach einer langen Zeit der Trennung einen Moment der Freude und Würde mit seinen Kindern zu teilen. Dieser Moment wurde der Familie gewaltsam genommen.

Die BHI steht in voller Solidarität mit der PGFTU und der palästinensischen Gewerkschaftsbewegung und verurteilt dieses abscheuliche Verbrechen. Wir teilen ihre Trauer und ihre Empörung.

Diese Tat stellt eine schwere Verletzung des humanitären Völkerrechts und der Menschenrechte dar, einschließlich des Schutzes der Zivilbevölkerung gemäß der vierten Genfer Konvention, der Grundsätze der Unterscheidung und des Schutzes vor Angriffen gemäß dem Zusatzprotokoll I und des Rechts auf Leben gemäß dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte. Sie untergräbt auch das Recht der Beschäftigten, ihren Lebensunterhalt unter sicheren und würdigen Bedingungen zu bestreiten, das ebenfalls im Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte anerkannt wird. Die Ermordung eines Arbeiters auf dem Heimweg von der Arbeit zusammen mit seiner Familie stellt eine extreme und nicht hinnehmbare Verletzung dieses Schutzes dar.

Zu einer Zeit, in der sich Familien in ganz Palästina und in der gesamten arabischen Welt auf das Zuckerfest vorbereiten, einem Moment der Freude, des Wiedersehens und der Würde, stellt diese Tat ein Verbrechen von äußerster menschlicher Grausamkeit dar.

Dieser Mord spiegelt eine umfassendere und zutiefst beunruhigende Realität wider, mit der die palästinensischen Beschäftigten im Westjordanland konfrontiert sind: Sie leben in einem Umfeld, das von eskalierender Gewalt, strengen Bewegungseinschränkungen, wirtschaftlicher Not und wachsender Unsicherheit geprägt ist. Wie die BHI kürzlich dokumentierte, müssen Beschäftigte sich mit Kontrollpunkten, Arbeitslosigkeit und tägliche Unsicherheit auseinandersetzen, nur um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, oft auf Kosten ihrer Sicherheit und Würde.

Es entsteht zunehmend der beunruhigende Eindruck, dass die israelischen Streitkräfte (IDF) mit immer größerer Handlungsfreiheit, ohne Zurückhaltung oder Rechenschaftspflicht, agieren, und das in einem Kontext, in dem die Gewalt der Angesiedelten ebenfalls zunimmt und oft mit Unterstützung oder Schutz des Militärs erfolgt. Dieses Klima der Straflosigkeit bringt palästinensische Beschäftigte und ihre Familien in ständige Gefahr.

Die BHI fordert daher:

  • Eine sofortige, unabhängige und transparente Untersuchung der Ermordung von Ali Bani Odeh und seiner Familie,
  • volle Rechenschaftspflicht für die Verantwortlichen, auch innerhalb der israelischen Befehlskette,
  • dringende Maßnahmen zur Gewährleistung des Schutzes der palästinensischen Beschäftigten und Zivilist*innen, einschließlich des sicheren Zugangs zur Arbeit und der Bewegungsfreiheit, und
  • die uneingeschränkte Achtung des humanitären Völkerrechts und der Menschenrechte sowie der internationalen Arbeitsnormen zum Schutz der Beschäftigten bei der Arbeit und auf dem Weg zur Arbeit.

Die anhaltende Untätigkeit verstärkt nur die Straflosigkeit und ermöglicht es, dass solche Verbrechen weiterhin stattfinden können.

Die BHI bekräftigt ihre unerschütterliche Solidarität mit der PGFTU und mit allen palästinensischen Beschäftigten und ihren Gewerkschaften. Ihr Recht auf Leben, auf Arbeit und auf ein Leben in Würde und Sicherheit muss gewahrt werden.