7 April 2026

SRI LANKA: ARBEITNEHMER FORDERN MEHR SOZIALSCHUTZ FÜR BAUSCHAFFENDE

Der Beirat der regionalen Initiative des DGB BW (Deutscher Gewerkschaftsbund-Bildungswerk) zur Stärkung des Sozialschutzes für Bauschaffende in Südasien besuchte vom 7. bis 11. März 2026 Sri Lanka, um Möglichkeiten zur Ausweitung des Sozialschutzes im Bausektor zu erörtern. Unter Beteiligung von Experten aus Deutschland, der Schweiz, Indien und Nepal führte er Gespräche mit Gewerkschaften, Arbeitgebern und wichtigen Institutionen, um Defizite einzuschätzen, insbesondere für Arbeitnehmer in informellen Beschäftigungsverhältnissen. Außerdem feierte die Delegation gemeinsam mit lokalen Gewerkschaften in Colombo den Weltfrauentag.

In Gesprächen mit dem Verband der Arbeitnehmer in der Bauindustrie und verwandten Branchen in Ceylon (CAWF), der 13 Gewerkschaften umfasst, sowie in separaten Gesprächen mit einer großen Gruppe von Bauarbeitern wurden die kritischen Herausforderungen deutlich, mit denen die Arbeitnehmer konfrontiert sind, darunter Einkommensunsicherheit, fehlende formelle Arbeitsverträge und eingeschränkter Zugang zur sozialen Sicherheit. In den Gesprächen wurden auch Wege erörtert, wie informell Beschäftigte erreicht und bestehende Mechanismen der sozialen Absicherung inklusiver gestaltet werden können.

Die Konsultationen mit der Baubehörde CIDA (Construction Industry Development Authority), dem Arbeitgeberverband von Ceylon (EFC), der Behörde für soziale Sicherheit von Sri Lanka (SSB) und dem Nationalen Bauverband Construction Association of Sri Lanka (NCASL) stellten die Stärkung der regulatorischen Rahmenbedingungen, den Ausbau der Sozialsysteme und eine stärkere Arbeitgeberbeteiligung in den Mittelpunkt. Die Vertreter der verschiedenen Gruppen bekundeten großes Interesse an der Entwicklung eines speziellen Sozialversicherungsrahmens, der sich an Modellen wie dem indischen Building and Other Construction Workers Welfare Board (BOCWWB) sowie an internationalen Erfahrungen orientiert, die vom Beirat vorgestellt wurden.

Ein zentraler Höhepunkt war das Treffen mit dem stellvertretenden Arbeitsminister Mahinda Jayasinghe, bei dem die Delegation ein Konzept für ein sektorales Sozialsystem für Bauschaffende sowie einen Vorschlag zur Darstellung des Ansatzes vorstellte. Dieses Engagement ist Ausdruck des immer stärkeren Einsatzes der Interessensvertreter für Reformen und zeigt die Dialogbereitschaft von Gewerkschaften, Arbeitgebern und staatlichen Institutionen. Auf dieser Grundlage wird DGB BW gemeinsam mit der Bau- und Holzarbeiter Internationale (BHI) die Einbindung verschiedener Interessensgruppen, die politische Interessenvertretung und die technische Zusammenarbeit vorantreiben, um die Entwicklung inklusiver und nachhaltiger Sozialschutzsysteme für die Arbeitnehmer in der Bauindustrie in Sri Lanka zu unterstützen.