4 June 2026
FOREST EUROPE: EUROPÄISCHE LÄNDER BEKRÄFTIGEN IHR ENGAGEMENT FÜR DIE ZUKUNFT DER WÄLDER
Der Forstsektor ist in ganz Europa mit enormen Herausforderungen konfrontiert: Klimawandel, extreme Wetterereignisse, Aufkommen von Schädlingen, Krankheiten und invasiven Arten sowie Waldbrände. Vor diesem Hintergrund trafen sich die Unterzeichnerstaaten von FOREST EUROPE am 2. und 3. Juni 2026 in Stockholm (Schweden) unter dem Leitmotiv „Nachhaltige Wälder für widerstandsfähige Gesellschaften“. An der Konferenz nahmen Minister, nationale Delegationen, internationale Organisationen und Wissenschaftler aus der gesamten Branche teil. Die BHI war als Beobachterin zur Veranstaltung eingeladen.
Peter Kullgren, der schwedische Minister für ländliche Angelegenheiten und derzeitiger Vorsitzender von FOREST EUROPE, erklärte: „Die Wälder auf unserem gesamten Kontinent spielen eine entscheidende Rolle für die europäische Wirtschaft, unsere gemeinsame Vorsorge und das Klima.“
Ein wichtiges Ergebnis der Konferenz war die Unterzeichnung der Stockholmer Ministererklärung, die die künftige Ausrichtung der paneuropäischen Forstpolitik festlegt. Die Erklärung bekräftigt das Engagement der Unterzeichnerstaaten, die Widerstandsfähigkeit der Wälder für künftige Generationen zu stärken und gemeinsame Strategien zur Förderung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung in der gesamten Region zu entwickeln. Sie bestätigt zudem die nachhaltige Forstwirtschaft als Grundprinzip und unterstreicht die Bedeutung der Wälder für die Vorsorge, resiliente Wertschöpfungsketten, verlässliches Wissen und die langfristige Stabilität Europas.
Die anwesenden Länder würdigten zudem die bedeutende Rolle der zwischenstaatlichen Plattform, die den Informationsaustausch über nachhaltige Waldbewirtschaftung weiterhin erleichtern und die Zusammenarbeit zwischen den Interessensgruppen stärken wird. Diese verstärkte Zusammenarbeit soll weitere Fortschritte ermöglichen und gleichzeitig Doppelarbeit zwischen den Organisationen vermeiden.
Es wurden mehrere Podiumsdiskussionen zu Themen wie nachhaltige Waldbewirtschaftung, Waldbrände, Europas Waldfachkräfte von morgen, Finanzierung der biologischen Vielfalt und die Rolle der Wälder bei der geopolitischen Vorsorge organisiert. Ein Podiumsteilnehmer hob hervor, dass die Waldbrandprävention im Alpenraum zu einer gemeinsamen Verantwortung von Forstdiensten, Feuerwehren und Katastrophenschutzbehörden geworden ist, und betonte, dass die Umwandlung von Waldflächen ein Schlüsselelement von Präventionsstrategien ist. Ein anderer Redner wies auf die massive Finanzierungslücke im Bereich der biologischen Vielfalt hin, die weltweit auf jährlich 700 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, um den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2030 zu stoppen, sowie auf die zusätzlich benötigten 21,5 Milliarden Euro pro Jahr zur Umsetzung der EU-Biodiversitätsstrategie. Hier zeigen sich sowohl die Grenzen der öffentlichen Finanzierung als auch die Notwendigkeit, größere Investitionen des Privatsektors zu mobilisieren.
In den Diskussionen über die künftigen Arbeitskräfte in der europäischen Forstwirtschaft wurde betont, dass die geschlechtsspezifischen Lücken in diesem Sektor geschlossen und die Forstwirtschaft durch Digitalisierung, künstliche Intelligenz, umweltorientierte Arbeitsplätze und forstwirtschaftliche Bildung in Schulen für junge Menschen attraktiver gemacht werden muss. Auch die Lage in der Ukraine wurde erörtert. Die Teilnehmer zollten den Forstarbeitern des Landes ihre Anerkennung. Seit Kriegsausbruch wurden 2.382 Forstarbeiter mobilisiert, 208 kamen ums Leben, 330 wurden verletzt, und 20 Prozent der ukrainischen Wälder sind unzugänglich geworden.
Vor diesem Hintergrund war die Teilnahme der BHI wichtig, da sie die Gelegenheit bot, Kontakte zu knüpfen, sich über Entwicklungen im Forstsektor zu informieren und den Mitgliedern und Beobachtern die Arbeit vorzustellen, die sie im Rahmen verschiedener internationaler Gremien und Zertifizierungssysteme leistet.
Albanien wurde für die kommende vierjährige Amtszeit zum nächsten Vorsitz von FOREST EUROPE gewählt. Von dem Land wird unter anderem erwartet, dass es dazu beiträgt, die Beteiligung Südosteuropas zu stärken.
FOREST EUROPE umfasst 44 europäische Länder und wurde in den 1990er Jahren gegründet.