16 June 2026
GEMEINSAME DEMONSTRATION VON BHI UND GREENPEACE SCHWEIZ IN GENF FORDERT SCHUTZ VOR HITZE AM ARBEITSPLATZ
Die Bau- und Holzarbeiter Internationale, Vertreter von Mitgliedsgewerkschaften aus verschiedenen Regionen und Aktivisten von Greenpeace in der Schweiz haben am 11. Juni 2026 eine gemeinsame Demonstration an der Skulptur „Broken Chair“ gegenüber dem Palais des Nations in Genf organisiert. Sie wiesen darauf hin, dass es dringend notwendig ist, Arbeitnehmer vor extremer Hitze zu schützen. Sie machten darauf aufmerksam, dass Regierungen und Unternehmen bei der Eindämmung des Klimawandels versagt haben: einige durch aktive und bewusste Leugnung, andere mit Notlösungen und im schlimmsten Fall durch die Unterstützung falscher Lösungen. Die Welt hat bereits das Ziel der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen von 2015 verfehlt, den globalen durchschnittlichen Temperaturanstieg auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen – eine Schwelle, die als wesentlich sicherere Grenze anerkannt ist, um die schwerwiegendsten und irreversiblen Auswirkungen des Klimawandels im Jahr 2024 zu verhindern.
Mit der Verschärfung des Klimakollapses verschlechtern sich die Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeitnehmer, insbesondere in Branchen mit Arbeit im Freien wie dem Baugewerbe und der Forstwirtschaft. Da es weltweit unerträglich heißer wird und sich die Wetterverhältnisse zunehmend destabilisieren, wird die Situation lebensbedrohlich, da der menschliche Körper seine Temperatur nur in begrenztem Maße regulieren kann. Darüber hinaus verschärft der Klimawandel soziale Ungleichheit. Während die Elite sich riesigen globalen Reichtum und damit auch die politischen Prozesse aneignet, sind die Arbeitnehmer, Frauen und Armen dazu verdammt, die Folgen zu ertragen. Arbeitnehmer sind letztendlich den höchsten Risiken ausgesetzt, da dies Auswirkungen auf ihre Gesundheit und ihre Löhne bedeutet, obwohl sie selbst kaum etwas zum Klimawandel beitragen. Sie müssen stundenlang immer unerträglichere Temperaturen ertragen. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) erkennt mittlerweile an, dass Hitzestress erhebliche wirtschaftliche Folgen für die Produktivität und die Sicherheit der Arbeitnehmer hat. Hitzestress am Arbeitsplatz verursacht weltweit jährlich etwa 19.000 Todesfälle und 22,9 Millionen Arbeitsunfälle. Die Einwirkung übermäßiger Hitze führt zu tödlichen Hitzeschlägen und Langzeiterkrankungen wie chronischen Nierenerkrankungen.
Es müssen jetzt entschlossene Maßnahmen ergriffen werden, um den globalen Temperaturanstieg zu begrenzen. Allerdings werden Schutzmaßnahmen nicht so schnell beschlossen und umgesetzt, wie die Temperaturen steigen. In den meisten Ländern weltweit leiden die Arbeitnehmer schon viel zu lange unter extremer Hitze. So erwärmt sich beispielsweise der afrikanische Kontinent schneller als der Rest der Welt. Deshalb forderte Stephen Okoro von der Nationalen Gewerkschaft für Tiefbau, Bauwesen, Möbel und Holzverarbeitung in Nigeria die Regierungen weltweit auf, sich unverzüglich ihrer Notlage anzunehmen. Auch Europa ist mittlerweile betroffen. Patrick Vanderberghe von der belgischen Gewerkschaft ACV (Gewerkschaft für Bau, Industrie und Energie) und stellvertretender Vorsitzender der BWO betonte, dass auch europäische Arbeitnehmer zunehmend unter extremer Hitze leiden. Siau Fang Liaw von der Gewerkschaft der Beschäftigten in der Holzindustrie von Sabah wies deutlich darauf hin, dass Frauen in einer von Männern dominierten Branche vor harten Arbeitsbedingungen und Diskriminierung geschützt werden müssen.
Auf der diesjährigen Internationalen Arbeitskonferenz forderte Greenpeace gemeinsam mit der BHI die Verabschiedung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen gegen Hitze am Arbeitsplatz, insbesondere für Arbeitnehmer, die im Freien tätig sind. Laut Matthias Schlegel, Sprecher von Greenpeace Schweiz, „müssen jetzt die Regeln neu geschrieben werden, damit kein Arbeitnehmer im Freien jemals gezwungen ist, sich zwischen einem Hitzschlag und seinem Lohn zu entscheiden“. BHI-Generalsekretär Ambet Yuson fasste die Forderungen der Arbeitnehmer so zusammen: Bei extremer Hitze muss die Arbeit eingestellt werden, es soll Schutz gewährt und eine Entschädigung gezahlt werden. Tatsächlich erfordert jede gerechte Anpassung an den Klimawandel oder der Übergang hin zu einer klimafreundlichen Zukunft, dass die Arbeiterbewegung, die Klimabewegung und andere soziale Bewegungen zusammenarbeiten und sich gegenseitig stärken.