15 June 2026

BHI NIMMT AM FILLEA-CGIL-FORUM ZU WANDERARBEITNEHMERN IN DER EUROPÄISCHEN MITTELMEER-REGION TEIL

(Foto: FILLEA-CGIL)

Die Bau- und Holzarbeiter Internationale (BHI) nahm am 12. und 13. Juni gemeinsam mit der FILLEA CGIL in Pozzallo auf Sizilien am Gewerkschaftsforum für den europäischen Mittelmeerraum teil, das unter dem Motto „Under the Same Hard Hat“ stand (dt. etwa: Wir tragen alle denselben Helm). An der Veranstaltung nahmen Gewerkschafter, führende Vertreter von Wanderarbeitnehmern, Vertreter der betroffenen Gruppen und von Institutionen aus ganz Europa, Nordafrika, dem Nahen Osten und Asien teil. Das Forum befasste sich mit den Gegebenheiten, mit denen Wanderarbeitnehmer im Baugewerbe konfrontiert sind – von Fehlverhalten bei der Anwerbung und Lohndiebstahl bis hin zu Gesundheit und Sicherheit, sozialer Absicherung, Anerkennung von Qualifikationen und Zugang zu Arbeitnehmervertretung. Die BHI berichtete über ihre Erfahrungen mit der gewerkschaftlichen Aufbauarbeit unter Wanderarbeitnehmern entlang verschiedener Migrationskorridore sowie der Unterstützung der Arbeitnehmervertretung und nannte einige der schwierigsten Situationen, die Arbeitsmigranten erfahren mussten.

Zur Eröffnung des Forums argumentierte Antonio Di Franco, Generalsekretär der FILLEA CGIL, dass Migration als strukturelles Merkmal heutiger Gesellschaften und Arbeitsmärkte anerkannt werden müsse, anstatt als dauerhafter Ausnahmezustand behandelt zu werden. Die Diskussionen während des gesamten Forums spiegelten diesen Ansatz wider und konzentrierten sich auf praktische Maßnahmen zur Bekämpfung von Ausbeutung und Ausgrenzung: Zugang zu Weiterbildung sowie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Informationen über Arbeitnehmerrechte in den Sprachen der Arbeitnehmer, sozialer Schutz, Wohnraum, Wege zur Legalisierung sowie eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften in Herkunfts- und Zielländern. Die Teilnehmer betonten zudem, wie wichtig es ist, von Modellen der Arbeitsmigration abzurücken, die ausschließlich von der Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt bestimmt werden, und stattdessen Ansätze zu verfolgen, bei denen die Rechte, Inklusion und die Mitbestimmungsmöglichkeiten der Arbeitnehmer im Mittelpunkt stehen.

BHI-Generalsekretär Ambet Yuson machte deutlich, dass Wanderarbeitnehmer einen wesentlichen Beitrag zu Wirtschaft und Gesellschaft leisten und niemals als Belastung behandelt oder als politische Sündenböcke gesehen werden dürfen. Er forderte eine stärkere grenzüberschreitende gewerkschaftliche Zusammenarbeit, um sicherzustellen, dass Arbeitnehmer beim Grenzübertritt weder Rechte noch Schutz oder Vertretung verlieren. Yuson betonte, dass Gleichbehandlung, Qualifizierung, sichere Arbeitsbedingungen, sozialer Schutz und Vereinigungsfreiheit wesentliche Bestandteile menschenwürdiger Arbeit für Arbeitsmigranten seien. Dem Motto des Forums folgend bekräftigte er, dass Sicherheit, Würde, faire Löhne und Respekt für alle Arbeitnehmer gleichermaßen gelten müssen, unabhängig von ihrer Nationalität oder ihrem Migrationsstatus.