10 July 2026
BHI-DELEGATION IN GEORGIEN MIT SCHWERPUNKT AUF ZEMENT, BAUWESEN, FORSTWIRTSCHAFT UND ZUKÜNFTIGE PARTNERSCHAFT
Die BHI hat vom 29. bis 30. Juni 2026 eine Delegationsreise nach Georgien durchgeführt, um sich mit ihrem Mitgliedsverband GBFITU, der unabhängigen Gewerkschaft der Bau- und Forstarbeiter Georgiens, zu treffen. An der Spitze der Delegation standen BHI-Generalsekretär Ambet Yuson und die BHI-Regionalvertreterin für Europa, Geneviève Kalina.
Gemeinsam mit der GCFITU traf die BHI-Delegation mit der Geschäftsleitung des ehemaligen Zementwerks von Heidelberg Materials in Rustavi zusammen, das seit 2024 von Hunnewell Cement betrieben wird. Das Werk liegt etwa 20 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Tiflis in der Region Kvemo Kartli und ist eine der wichtigsten Zementproduktionsstätten des Landes. An dem Treffen nahmen auch Gewerkschaftsvertreter des Werks teil. Hunnewell Cement betreibt ein Vollzyklus-Zementwerk in Kaspi, eine Zementmühle in Poti, zwei Zuschlagstoffproduktionsanlagen, ein Zementterminal in Supsa sowie sieben stationäre und neun mobile Betonwerke in ganz Georgien. Heidelberg Materials war von 2006 bis 2024 in Georgien tätig, bevor Hunnewell Cement das Unternehmen übernahm.
Seit dem Erwerb hat Hunnewell Cement in die Modernisierung beider Werke investiert, etwa mit der Installation einer neuen Trockenverfahren-Produktionslinie in Rustavi und der Modernisierung des Werks in Kaspi, wodurch dieses zu einem der modernsten Zementwerke der Region wurde. Das Unternehmen beliefert nahezu jedes größere Bauprojekt in Georgien mit Zement und Beton und ist nach wie vor der einzige Klinkerproduzent des Landes. Zu seinem Portfolio gehören wegweisende Projekte wie die Axis Towers, die Adjarabet-Arena in Batumi mit 20.000 Sitzplätzen, das Straßen- und Tunnelprojekt Kvesheti–Kobi, für das bis zu 400.000 Tonnen Zement benötigt wurden, sowie der Rikoti-Abschnitt der Autobahn E60, für den das Unternehmen mehr als eine Million Tonnen Zement lieferte.
Das Treffen in Rustavi bot der BHI die Gelegenheit, Themen wie den sozialen Dialog, menschenwürdige Arbeitsbedingungen, Arbeitsschutz, Kompetenzerweiterung sowie die Einbeziehung von Frauen und jungen Arbeitnehmern zu erörtern. Obwohl Hunnewell Cement einen Großteil der erfahrenen Belegschaft von Heidelberg Materials übernommen hat, betonte die Unternehmensleitung, wie wichtig es ist, durch Digitalisierung, Schulungen und Initiativen zur Personalentwicklung jüngere Arbeitskräfte zu gewinnen. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 1.200 direkte Mitarbeiter sowie mehr als 5.000 weitere Arbeitskräfte über Auftragnehmer und Subunternehmer.
Die Delegation besprach zudem die jüngste Teilnahme der GCFITU an der BHI-GOA-Veranstaltung in Kirgisistan und deren Beitrag zum Aufbau eines dynamischen regionalen Organiser-Netzwerks , das sich für die Stärkung repräsentativer Gewerkschaften in der gesamten paneuropäischen Region einsetzt. Im Mittelpunkt der Gespräche standen auch Organisierungsstrategien in den BHI-Sektoren, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Angestellten und Arbeitsmigranten lag. Die Delegation erörterte zudem Tarifverhandlungen, Praktiken bei der Vergabe von Unteraufträgen sowie die Bedeutung der Erfassung und Untersuchung anstehender Bauprojekte in Georgien als Teil künftiger Bemühungen bei der gewerkschaftlichen Aufbauarbeit. Bei dem Treffen wurden auch Möglichkeiten für eine fortgesetzte Zusammenarbeit zwischen der BHI und der GCFITU im Jahr 2027 ausgelotet.
Mit Blick auf die Zukunft wird Georgien 2029 gemeinsam mit Armenien die FIFA U-20-Weltmeisterschaft ausrichten. Damit werden zum ersten Mal zwei Länder der Region gemeinsam Gastgeber eines FIFA-Turniers dieser Größenordnung. Die Veranstaltung wird voraussichtlich umfangreiche Bautätigkeiten mit sich bringen und bietet wichtige Chancen für die gewerkschaftliche Organisierung und die Einbindung der Beschäftigten in der gesamten Branche.