16 September 2026
MAURITIUS: ARBEITNEHMER VERSTÄRKEN BEMÜHUNGEN UM RATIFIZIERUNG DES ILO-ÜBEREINKOMMENS NR. 193
Nach der Verabschiedung des bahnbrechenden Übereinkommens Nr. 193 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über menschenwürdige Arbeit in der Plattformwirtschaft am 12. Juni 2026 haben Gewerkschaftsführer auf Mauritius eine koordinierte Kampagne gestartet, um eine rasche nationale Ratifizierung sicherzustellen.
Am 7. September 2026 hielt eine Delegation des Verbands Confédération des Travailleurs des Secteurs Public et Privé (CTSP), darunter die der BHI angeschlossene Gewerkschaft der Bau- und Metallarbeiter (CMWEU), ein Beratungsgespräch mit dem Arbeitsminister ab, um sich für die formelle Ratifizierung des Übereinkommens und dessen Umsetzung in nationales Recht einzusetzen.
Das ILO-Übereinkommen Nr. 193 ist von entscheidender Bedeutung für den Schutz von Beschäftigten in der Plattformwirtschaft und Gig-Economy, um ihre grundlegenden Arbeitsrechte wie Vereinigungsfreiheit, das Recht auf Tarifverhandlungen und den Schutz vor Diskriminierung zu gewährleisten. Das Übereinkommen zielt zudem darauf ab, ein sicheres Arbeitsumfeld zu fördern und die Rechte im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, eine faire Vergütung, algorithmische Transparenz sowie Datenschutzrechte zu schützen. Die Delegation wurde vom Vorsitzenden der CTSP und dem CMWEU-Vorstandsmitglied Reeaz Chuttoo geleitet, begleitet von der CTSP-Generalsekretärin Jane Ragoo und jungen Gewerkschaftsmitgliedern.
Das Team fragte den Minister, wann das Übereinkommen ratifiziert werde, woraufhin der Beamte positiv antwortete und bestätigte, dass Mauritius das Übereinkommen bald ratifizieren werde. Die Zusage der Regierung wurde von den Arbeitnehmervertretern begrüßt, die versprachen, sich weiterhin für menschenwürdige Arbeit und sozialen Schutz für Arbeitnehmer in der Plattformwirtschaft einzusetzen.
„Als Hüter der Menschen- und Arbeitsrechte auf Mauritius sehen wir den konkreten Maßnahmen der Regierung in dieser Hinsicht erwartungsvoll entgegen. Die Zusage, das Übereinkommen Nr. 193 zu ratifizieren, darf nicht nur eine Worthülse bleiben; es muss zu einer tatsächlichen Ratifizierung und Umsetzung der Inhalte des Übereinkommens im innerstaatlichen Recht kommen, um sicherzustellen, dass jeder Plattform- und Gig-Arbeiter umfassend geschützt und fair entlohnt wird und am Arbeitsplatz seine Anliegen mit Würde vorbringen kann“, sagte Chutto.