25 May 2026

40 JAHRE SOLIDARITÄT: GEWERKSCHAFTEN STARTEN NEUE PROGRAMME FÜR ARBEITNEHMERRECHTE UND SOZIALE GERECHTIGKEIT

Am 20. April 2026 startete das finnische Trade Union Solidarity Centre (SASK) offiziell seinen neuen vierjährigen Programmzyklus in Sambia und feierte damit 40 Jahre internationale Solidarität zwischen Arbeitnehmern. Die Veranstaltung brachte führende Vertreter der BHI, des Gewerkschaftskongresses von Sambia (ZCTU), des IGB-Afrika, der finnischen Botschaft und anderer Partner zusammen, um einen gemeinsamen Weg hin zu sozialer Gerechtigkeit, Arbeitnehmerrechten, Würde und inklusivem Wachstum bis 2029 und darüber hinaus zu beschreiten. Gestützt durch eine Zusage der finnischen Regierung in Höhe von 10 Millionen Euro wird das Programm 26 Projekte in 14 Ländern und vier Regionen unterstützen, wobei die Initiativen sich auf Barrierefreiheit und digitale Fortbildung, die Unterstützung von Arbeitnehmern mit Behinderungen, Führungskräfteentwicklung sowie Kompetenzerweiterung bei Verhandlungen und Interessenvertretung im Einklang mit dem Ziel für nachhaltige Entwicklung Nr. 8 zu menschenwürdiger Arbeit und Wirtschaftswachstum konzentrieren.

Zu Beginn der Veranstaltung betonte Kakunta Kabika vom ZCTU, dass Menschenrechte im Grunde genommen Arbeitnehmerrechte seien und dass Arbeitsplätze unbedingt sicher, friedlich und frei von Diskriminierung sein müssen. Um diese Grundsätze in die Praxis umzusetzen, fand zum Auftakt eine gemeinsame Baustellenbegehung bei einem nahegelegenen Infrastrukturprojekt statt, wo die China Jiangxi Corporation eine Schule für Menschen mit Behinderungen baut. Die Delegation, bestehend aus Vertretern von BHI, SASK und der National Union of Building, Engineering, and General Workers (NUBEGW) sowie der Projektleitung, machte sich ein Bild vor Ort, sowohl von den Chancen als auch den dringenden Defiziten, mit denen die Arbeitnehmer konfrontiert sind.

Der Rundgang deckte gravierende Probleme an der Arbeitsstätte auf, die den Zielen von SASK und BHI zuwiderlaufen. Auf der Baustelle wurde mangelhafte Ordnung und nur unzureichende Arbeitsschutzmaßnahmen beobachtet, darunter das Fehlen von sauberem Wasser und unzureichende Schutzausrüstung für die lokalen Arbeiter, während nur chinesische Manager modifizierte Schutzhelme trugen, die für Arbeiten im Freien geeignet waren. Die Inspektion deckte zudem auf, wie wenig Frauen in Bauberufen tätig sind: Nur zwei Frauen waren vor Ort beschäftigt, die aufgrund tief verwurzelter Geschlechterstereotypen nur Küchenarbeiten verrichteten. Gleichzeitig bleiben die Löhne auf dem absoluten Minimum, was viele Tagelöhner in eine prekäre Lage bringt. Als Reaktion darauf verpflichtete sich die NUBEGW, offiziell Kontakt mit dem Konzern aufzunehmen und auf sofortige Abhilfe zu drängen.

Im Anschluss an die Inspektion reflektierten NUBEGW, BHI und SASK über die Erfolge der vergangenen vier Jahre der Partnerschaft und die Notwendigkeit, während des gesamten neuen Projektzyklus greifbare Verbesserungen im Leben der Arbeitnehmer zu gewährleisten. Mit der Unterstützung von 700 SASK-Botschaftern weltweit zielt das Programm darauf ab, widerstandsfähig, wirkungsorientiert und anpassungsfähig an die sich ändernden politischen und wirtschaftlichen Bedingungen zu bleiben. Letztendlich zielt die Initiative darauf ab, Gewerkschaften wie NUBEGW dabei zu unterstützen, sich zu modernen, inklusiven und dynamischen Organisationen zu entwickeln, die die Vielfalt der heutigen globalen Arbeitnehmerschaft wirklich widerspiegeln und schützen. Herzlichen Glückwunsch an SASK zum Start dieses neuen Programms. Die BHI freut sich auf eine gute Zusammenarbeit in der Zukunft.