30 September 2026

SÜDEN AFRIKAS: PSYCHISCHE GESUNDHEIT ALS TEIL DER ARBEITSSCHUTZRECHTE

Das BHI-Netzwerk für das Baugewerbe im Süden Afrikas (Southern Africa Construction Network, SACONET) veranstaltete vom 23. bis 25. September 2026 in Harare, Simbabwe in Zusammenarbeit mit 3F einen Workshop zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie zu psychischer Gesundheit, an dem 24 Gewerkschaftsbeauftragte und Arbeitsprüfer*innen aus sieben BHI-Mitgliedsorganisationen aus sechs Ländern teilnahmen. Auf der Grundlage der IAO-Übereinkommen C155 und C187 hat der Workshop das Konzept der Sicherheit am Arbeitsplatz neu definiert, indem psychologisches Wohlbefinden in die zentralen Rahmenwerke für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz integriert und psychische Gesundheit als grundlegendes Recht der Beschäftigten positioniert wurden.

Die Teilnehmenden untersuchten physische Gefahren mit hohem Risiko und zeigten auf, wie ständige physische Gefahren zu schwerer psychischer Überlastung, Erschöpfung und Angstzuständen führen. Unter Berufung auf die gesetzliche Fürsorgepflicht der Arbeitgeber bekräftigten die Gewerkschaften das gesetzliche Recht aller Beschäftigten, gefährliche Arbeiten zu verweigern, ohne Repressalien befürchten zu müssen. Im Rahmen eines „World Café“-Formats ermittelten die Teilnehmenden die wichtigsten Ursachen für psychosoziale Belastungen am Arbeitsplatz und setzten diese Themen in anpassbare Tarifvertragsklauseln, unverhandelbare Vorgaben für die Politik zur psychischen Gesundheit sowie Leitfäden für Gespräche vor Schichtbeginn um, die Fragen nach dem psychischen Befinden beinhalten. Mithilfe von KI-Tools erstellten die Teams zudem visuelle Kampagnen und lernten, wie sie dies auf nationaler Ebene selbst umsetzen können.

Zur Unterstützung der regionalen Umsetzung stellte die BHI einen Leitfaden für den Einstieg bereit, der sich auf zentrale gewerkschaftliche Maßnahmen konzentriert. Der Leitfaden umreißt fünf unverhandelbare politische Grundsätze, die eine gleichrangige Berücksichtigung psychosozialer Gefahren, ein durchsetzbares Recht auf digitale Auszeit, Maßnahmen zur Vermeidung von Übermüdung, Schutz vor Vergeltungsmaßnahmen, vom Arbeitgeber finanzierte Gesundheitsförderungsprogramme mit Unterstützung durch andere Gewerkschaftsmitglieder sowie gemeinsame Arbeitsschutzausschüsse von Gewerkschaft und Unternehmensleitung vorschreiben. Schließlich bietet das Rahmenkonzept für die „Toolbox-Talk“-Gespräche vor Schichtbeginn ein System zur Überprüfung des psychischen Wohlbefindens, das Mitarbeitende daran erinnern soll, dass psychische Ablenkung auf einer Baustelle genauso gefährlich ist wie ein defekter Sicherheitsgurt – unterstützt durch vorgeschriebene Pausen bei Hitzebelastung und die vertrauliche Meldung von Gefahren.

„Arbeitsmedizin und psychische Gesundheit müssen im Mittelpunkt jedes Arbeitsplatzes stehen, und als Gewerkschaften müssen wir zusammenhalten, um die Würde, die Sicherheit und das Wohlergehen aller Beschäftigten zu schützen“, so Fozert Mugabe, stellvertretende Generalsekretärin der ZCATWU.