29 September 2026
BRASILIEN: ARBEITNEHMERRECHTE UND MENSCHENWÜRDIGE ARBEIT IN DER GESTEINSINDUSTRIE IM FOKUS
Die BHI Brasilien war Gastgeberin der „Dreiparteienkonferenz zu den Arbeitnehmerrechten in der brasilianischen Gesteinsindustrie: Förderung menschenwürdiger Arbeit auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette“ am 21. und 22. Juli. Die im Rahmen des Projekts „Carving Change“ („Veränderung gestalten“) organisierte Konferenz brachte Gewerkschaften, Unternehmen, Sachverständige, Beauftragte der brasilianischen, niederländischen und belgischen Regierungen sowie internationale Organisationen wie die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) zusammen, um die wichtigsten Herausforderungen für die brasilianische Natursteinbranche zu erörtern. Dazu gehören die Vermeidung der Exposition gegenüber Quarzstaub und Silikose, die Verringerung von Arbeitsunfällen, die Stärkung der Vereinigungsfreiheit und des Rechts auf Tarifverhandlungen sowie der Aufbau fairer und sicherer Lieferketten, die menschenwürdige Arbeit für alle gewährleisten und gleichzeitig berufliche Risiken und Gefahren beseitigen.
An der Veranstaltung nahmen führende Gewerkschaftsmitglieder aus den brasilianischen Bundesstaaten Espírito Santo, Ceará, Minas Gerais und São Paulo sowie Beauftragte aus Belgien (ACV/CSC BIE) und den Niederlanden (FNV) teil. Auch renommierte Sachverständige waren anwesend, etwa Prof. David Michaels (George Washington University, USA), Dr. Eduardo Algranti (Forscher bei FUNDACENTRO), Ing. Mario Parreiras (Arbeitsaufsichtsbeamter im Ministerium für Arbeit und Beschäftigung) und Dr. Leomar Daroncho (Nationale Koordinierungsstelle für den Schutz der Arbeitsumgebung und der Gesundheit der Beschäftigten, Ministerium für Arbeit).
Im Rahmen der Veranstaltung sahen sich die Teilnehmenden den Dokumentarfilm „Below the Surface: Silent Death in the Stone Industry“ („Unter der Oberfläche: Der stille Tod in der Gesteinsindustrie“) an, produziert von der BHI im Jahr 2024 mit Unterstützung ihrer Mitgliedsorganisationen FNV und SINDIMÁRMORE-ES. Die Anwesenden vertieften zudem ihr Wissen über verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln und die Sorgfaltspflicht in Bezug auf Menschen- und Arbeitsrechte in Lieferketten und tauschten sich über Risiken für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz in der Gesteinsindustrie aus, darunter die Belastung durch Quarzstaub und Silikose.
In der Abschlusssitzung einigten sich die Gewerkschaftsbeauftragten auf einen Aktionsplan für 2027–2028 mit konkreten Verpflichtungen, darunter die Gründung des BHI-Gewerkschaftsnetzwerks für den Natursteinsektor in Brasilien mit einem Lenkungsausschuss, der sich aus Vertreter*innen aller Bundesstaaten zusammensetzt, die Zusammenarbeit mit den wichtigsten Unternehmen der Branche, die Fortsetzung der Lobbyarbeit zur Bekämpfung der mit der Herstellung von Kunststein verbundenen Gesundheitsrisiken, die Entwicklung arbeitnehmerorientierter Ansätze zur Stärkung der Sorgfaltspflicht und des verantwortungsvollen unternehmerischen Handelns in der Steinlieferkette im Rahmen der TruStone-Initiative, sowie die Überprüfung, Aktualisierung und Überarbeitung von Schulungsmaterialien zum Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Natursteinsektor.