3 February 2026

SIEG! NACH MASSIVEN PROTESTEN ERZIELEN SCHWEIZER BAUARBEITER HISTORISCHE ERFOLGE

(Fotos: UN1A)

Die Schweizer Bauarbeiter, angeführt von der BWI-Mitgliedsorganisation UN1A und zusammen mit der Schweizer Gewerkschaft Syna, haben nach monatelangen Verhandlungen einen bahnbrechenden Sieg errungen: Durch landesweite Proteste konnten Durchbrüche in den Verhandlungen über den Nationalen Bauvertrag (NCA) 2026–2031 erzielt werden, der die Arbeitsbedingungen von fast 80.000 Arbeitern regelt. Ursprünglich war eine Neuverhandlung für 2025 geplant, doch die Gespräche kamen zum Stillstand, bis anhaltende Aktionen der Arbeiter das Gleichgewicht verschoben und zu dem führten, was die Gewerkschaften als das bedeutendste Paket von Verbesserungen seit Jahrzehnten bezeichnen. Der neue Vertrag verlängert die Vertragslaufzeit auf sechs Jahre und ersetzt damit den traditionellen Dreijahreszyklus. Außerdem führt sie für die gesamte Laufzeit eine automatische Anpassung der Mindestlöhne an die Lebenshaltungskosten ein.

Der Vertrag bringt wegweisende Änderungen mit sich, darunter eine kombinierte Erhöhung der Löhne und Sozialleistungen um fast 10 Prozent über sechs Jahre und die automatische Wiederaufnahme der Lohnverhandlungen, wenn die Inflation 2 Prozent übersteigt, wodurch die Arbeiter vor steigenden Kosten geschützt werden. Ein bemerkenswerter Gewinn ist eine neue Baustellenzulage, die 2026 bei 4 CHF pro Tag beginnt und bis 2028 auf 9 CHF steigt. Damit werden Reise- und tägliche Baustellenkosten ausgeglichen und den Arbeitern direkt ein bedeutender, steuerfreier monatlicher Einkommenszuschuss gewährt.

Außerdem sind automatische Inflationsanpassungen des Mindestlohns vorgesehen, wobei die tatsächlichen Löhne parallel zur Inflation steigen, wenn auch nicht immer in voller Höhe. Die Reisezeit wird ab der ersten Minute angerechnet, wobei Teile davon als Arbeits- oder Überstunden vergütet werden, um eine faire Bezahlung für lange Pendelwege zu gewährleisten. Arbeiter, die insgesamt mehr als 50 Arbeits- und Reisezeiten pro Woche leisten, erhalten Überstundenzuschläge. Neue Optionen ermöglichen es den Arbeitern außerdem, Überstunden für einen verlängerten bezahlten Urlaub anzusparen und mehr Mitspracherecht darüber zu haben, wie ein Teil ihrer Überstunden jedes Jahr verwendet wird.

Weitere Verbesserungen sind höhere Zuschläge und Zulagen für Tiefbauarbeiten, erweiterter Sonderurlaub bei Heirat und Trauerfällen sowie Anpassungen des zulässigen Überstunden-/Unterstundenbereichs. Eine Konzession an die Arbeitgeber ist die Senkung der Leistungen bei Langzeiterkrankungen von 90 auf 80 Prozent des Lohns, wobei Kurzzeitkrankheiten weiterhin mit dem höheren Satz vergütet werden.