30 January 2026
BWI VERURTEILT MISSBRAUCHSPRAKTIKEN DER ZHONGMEI ENGINEERING GROUP
Während Afrika und der Nahe Osten einen beispiellosen Bauboom erleben, deuten immer mehr Hinweise auf eine weit verbreitete Ausbeutung von Arbeitskräften durch bestimmte multinationale Bauunternehmen hin, wobei die Zhongmei Engineering Group Limited (Zhongmei) wiederholt wegen schwerwiegender Verstöße gegen Arbeiterrechte angeprangert wurde. In Ghana ergaben Untersuchungen der BWI-Mitgliedsgewerkschaft der Beschäftigten im Bauwesen, in der Fertigung und im Steinbruchsektor (GCMQWU) aus dem Jahr 2025, dass rund 282 Arbeiter, die am Kasoa–Winneba Road Dualisation Project trotz seines millionenschweren Umfangs ohne schriftliche Verträge beschäftigt waren, keine angemessene persönliche Schutzausrüstung hatten und unter unsicheren Bedingungen arbeiteten, was zu häufigen Unfällen führte, während verletzte Arbeiter ihre medizinischen Kosten selbst tragen mussten und Lohnausfälle hinnehmen mussten, was eine eklatante Missachtung des Wohlergehens der Arbeiter und der nationalen Arbeitsgesetze unterstreicht.
Diese Missstände sind kein Einzelfall in Ghana, sondern spiegeln ein umfassenderes, systemisches Geschäftsmodell wider. In Namibia ordnete das Arbeitsministerium nach einem tödlichen Unfall beim Airport Road Project im Oktober 2024 die Einstellung der Arbeiten durch Zhongmei an, nachdem Inspektionen ergeben hatten, dass ungeschulte Arbeiter gefährliche Aufgaben ohne Aufsicht oder Schutzausrüstung ausführten. Die Allgemeine Gewerkschaft der Bergarbeiter und verwandten Beschäftigten Namibias (MANWU) spielte eine Schlüsselrolle bei der Aufdeckung dieser Verstöße. In Kenia sah sich Zhongmei mit mehreren Gerichtsverfahren wegen unrechtmäßiger Entlassungen, mündlicher Kündigungen und Verweigerung von Abfindungszahlungen konfrontiert, wobei die Gerichte wiederholt gegen das Unternehmen entschieden. Die von der Gewerkschaft der Beschäftigten im Bauwesen, in der Konstruktion, der Holz‑ und Möbelindustrie sowie in industriellen Betrieben Kenias (KBCTFIEU) vorgebrachten Beschwerden zeigten ein klares Muster von Fehlverhalten. Darüber hinaus hatte die Afrikanische Entwicklungsbank Zhongmei in Sambia und Uganda zuvor wegen betrügerischer Bietpraktiken mit einer 12-monatigen bedingten Nicht-Ausschlussstrafe belegt.
Als Reaktion darauf dokumentiert das BWI‑Globalnetzwerk zur Belt‑and‑Road‑Initiative (BRI) zusammen mit dem Globalen Netzwerk multinationaler Unternehmen (Global MNCs Network) systematisch diese Verstöße und eskaliert sie zu einer koordinierten, länderübergreifenden Untersuchung. Durch die Nutzung der sozialen und ökologischen Schutzmaßnahmen großer internationaler Finanzinstitute – darunter die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) und die Europäische Investitionsbank – wandelt das Netzwerk Aufsichtsmechanismen in konkrete Instrumente zum Schutz der Arbeiter um. Jüngste Maßnahmen, darunter ein Fall, an dem die KfW Entwicklungsbank in Ostafrika beteiligt ist, signalisieren eine zunehmende Dynamik in Richtung Rechenschaftspflicht.
Die BWI warnte Auftragnehmer und globale Finanzinstitute, dass eine fortgesetzte Zusammenarbeit mit Zhongmei ohne einen unabhängig geprüften Korrekturmaßnahmenplan eine Mittäterschaft bei der Ausbeutung von Arbeitskräften darstellt. Für die Arbeiter in Ghana und auf dem gesamten Kontinent ist internationaler Druck nicht mehr optional, sondern dringend notwendig und längst überfällig.