30 March 2026

HITZEWELLEN SIND EIN TÖDLICHES ARBEITSRISIKO, SCHÜTZT UNSERE ARBEITNEHMER JETZT!

(Foto: Adobe Stock)


Malaysia erstickt unter einer brutalen Hitzewelle mit Temperaturen von 37 bis 40 Grad Celsius, und im Norden der malaysischen Halbinsel wurde für mindestens drei aufeinanderfolgende Tage die Alarmstufe 2 ausgerufen. MetMalaysia warnt, dass dieses trockene, sengende Wetter bis Juni anhalten könnte. In der Zwischenzeit hat das Gesundheitsministerium (MOH) in diesem Jahr bereits 15 hitzebedingte Erkrankungen gemeldet, darunter schwere Fälle von Hitzschlag und Erschöpfung.

Experten für öffentliche Gesundheit und das MOH haben die Bevölkerung zu Recht vor den schwerwiegenden und langfristigen gesundheitlichen Folgen dieser extremen Hitze gewarnt, die das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigt und den Zustand von Menschen mit Vorerkrankungen wie Nierenerkrankungen, Bluthochdruck und Krebs verschlimmert. Die Behörden haben der Bevölkerung dringend geraten, unnötige Aktivitäten im Freien zu reduzieren und die direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden.

Für Millionen von Arbeitnehmern im Freien – insbesondere in der Bau- und Holzindustrie, in der Landwirtschaft und bei Fahrdienstvermittlern – ist es jedoch keine Option, den Aufenthalt im Freien zu vermeiden. Sie müssen ihren Lebensunterhalt verdienen und ihre Familien ernähren. Sie sind die am stärksten von längerer Hitzeeinwirkung betroffene Gruppe, doch ihre Notlage wird in den gängigen Diskussionen zur öffentlichen Gesundheit eklatant ausgeklammert.

Baustellen und städtische Zentren mit viel Beton weisen deutlich höhere Temperaturen auf als die umliegenden Gebiete. Sonnen- und Wärmestrahlung von Betonoberflächen und nahegelegenen Baumaterialien erhöhen die Hitzebelastung für die Arbeiter dramatisch und schaffen ein äußerst gefährliches Arbeitsumfeld.



Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt, dass weltweit jährlich mindestens 2,41 Milliarden Arbeitnehmer übermäßiger Hitze ausgesetzt sind, was zu erschreckenden 18.970 hitzebedingten Todesfällen und 22,85 Millionen berufsbedingten Erkrankungen führt.


Wir begrüßen die Initiative und die Bemühungen des Ministeriums für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (DOSH) bei der Veröffentlichung der Leitlinien von 2016 zum Umgang mit Hitzestress am Arbeitsplatz. Diese haben jedoch lediglich empfehlenden Charakter und sind rechtlich nicht durchsetzbar. Mit anderen Worten: Die Einhaltung bleibt freiwillig und lässt die Arbeitnehmer ungeschützt.

Der Verbindungsrat (Liaison Council) der Bau- und Holzarbeiter Internationale für Malaysia (BHI-MLC) fordert die Regierung nachdrücklich auf, extreme Hitze gesetzlich eindeutig als lebensbedrohliches Arbeitsschutzrisiko anzuerkennen. Die Regierung muss Arbeitsunterbrechungen vorschreiben, wenn die Temperaturrisiken ein kritisch hohes Niveau erreichen. Die Philippinen bieten hier ein gutes Vorbild: Das Ministerium für Arbeit und Beschäftigung hat eine rechtlich durchsetzbare Arbeitsempfehlung herausgegeben, die Sicherheitsmaßnahmen vorschreibt, Arbeits- und Ruhezyklen anpasst und die Anfälligkeit der Arbeitnehmer gegenüber extremer Hitze in Kategorien einteilt, um Hitzestress zu verhindern.

Arbeitnehmer dürfen nicht durch Lohnkürzungen wegen entgangener Arbeitsstunden bestraft werden, wenn die Arbeit zu ihrer Sicherheit ausgesetzt wird. Ebenso sollten Bauunternehmer keine finanziellen Strafen für Verzögerungen aufgrund von Arbeitsunterbrechungen wegen extremer Hitze erhalten. Die Gesetze Südkoreas schreiben erfolgreich Fristverlängerungen ohne Verzugsschaden vor, um sowohl Auftragnehmer als auch Arbeitnehmer zu schützen.

Es ist dringend erforderlich, dass die Regierung einen umfassenden nationalen Hitzeschutzplan vorlegt. Dieser Plan muss klare, durchsetzbare Richtlinien für Arbeitgeber enthalten, um einen sicheren Arbeitsplatz zu gewährleisten. Er muss grundlegende Schutzmaßnahmen vorsehen, darunter:

Die obligatorische Überwachung des Wet-Bulb-Globe-Temperature-Index (WBGT) zur genauen Einschätzung von Hitzebedrohungen.


Bereitstellung einer ausreichenden Versorgung mit kostenlosem, gekühltem Trinkwasser.
Zugang zu schattigen Ruhebereichen und vorgeschriebene Ruhepausen.


Bereitstellung geeigneter und kühlender persönlicher Schutzausrüstung (PSA) gegen extreme Hitze.
Anpassung der Arbeitszeiten zur Vermeidung von Hitzespitzenzeiten.
Regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen für Arbeitnehmer, insbesondere für diejenigen, die starker Hitze ausgesetzt sind.

Da extreme Hitze zu einer neuen Bedrohung durch den Klimawandel für die Malaysier wird, erfordert diese Krise eine koordinierte, ministeriumsübergreifende Reaktion der Ministerien für Humanressourcen, Gesundheit, natürliche Ressourcen und ökologische Nachhaltigkeit.


Der BHI-MLC fordert die Regierung nachdrücklich auf, eine aktive Arbeitnehmervertretung bei allen Konsultationen zur Ausarbeitung von Maßnahmen gegen extreme Hitze sicherzustellen. Wir kennen die Situation vor Ort, und unsere Erfahrung ist unverzichtbar bei der Ausarbeitung lebensrettender Klimaanpassungsmaßnahmen. Und wir sind bereit, zum Schutz unserer Kolleginnen und Kollegen beizutragen.


ARBEIT EINSTELLEN, wenn es zu heiß ist! SCHUTZ vor Hitzestress! ENTSCHÄDIGUNG für Arbeitsausfälle!


Herausgegeben von:
Bau- und Holzarbeiter ’Internationale – Malaysia Liaison Council (BHI-MLC):
Gewerkschaft der Beschäftigten in der Holzindustrie von Sabah (STIEU)
Gewerkschaft der Beschäftigten der Entwicklungsbehörde des Bundesstaates Selangor (KPPPKNS)
Gewerkschaft der malaysischen Forstbeamten (MFOU)
Gewerkschaft der Forstangestellten von Sarawak (UFES)
Gewerkschaft der Holzindustrieangestellten der malaysischen Halbinsel (TEUPM)