1 May 2026

Mai 2026: KEINEN SCHRITT ZURÜCK BEI FRIEDEN, DEMOKRATIE UND ARBEITNEHMERRECHTEN

Der 1. Mai ist in erster Linie ein Tag für die Arbeitnehmer. Es ist ein guter Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen und anzuerkennen, was durch kollektiven Kampf errungen wurde, und um daran zu erinnern, dass jedes Recht, das wir heute haben, nur deshalb existiert, weil sich die Arbeitnehmer dafür organisiert haben.

Mehr Sicherheit an den Arbeitsstätten, existenzsichernde Löhne, soziale Absicherung, Vereinigungsfreiheit, Tarifverhandlungen und Gleichberechtigung in Beruf und Beschäftigung – nichts davon wurde aus Gnade gewährt. All dies wurde erreicht, weil die Arbeitnehmer in ihren Gewerkschaften zusammenstehen und für Veränderungen gekämpft haben.

Es ist wichtig, sich dies immer wieder vor Augen zu führen − gerade in einer Zeit, in der viele dieser Errungenschaften angegriffen werden.

Weltweit beobachten wir den Vormarsch regressiver Kräfte: der extremen Rechten, autoritärer Politik, der Gier der Konzerne, der Militarisierung und derer, die von Spaltung und permanenten Konflikten profitieren. Dieselben Interessen, die seit Jahrzehnten für sich selbst den Wohlstand aus den Arbeitnehmern und der Natur herauspressen, fühlen sich nun ermutigt, den demokratischen Raum zu zerstören, Gewerkschaften zu schwächen und Rechte und Freiheiten zu opfern, um ihre eigene Macht zu schützen.

Man sollte sich darüber keine Illusionen machen. Wenn wirtschaftliche Privilegien bedroht sind, sind viele Menschen bereit, demokratische Prinzipien gänzlich aufzugeben. Die Arbeitnehmer kennen diese Geschichte nur zu gut.

Krieg, Aggression, Besatzung und wirtschaftliche Nötigung dienen den arbeitenden Menschen nicht. Die Arbeitnehmer profitieren nicht von Invasionen, Besatzungen, Sanktionen oder geopolitischem Wettbewerb. Sie zahlen den Preis durch Arbeitslosigkeit, Vertreibung, Unterdrückung und Unsicherheit, während andere die strategische und wirtschaftliche Kontrolle bewahren.

Wir reagieren darauf mit geschlossener Tatkraft.

Unsere Aufgabe als Arbeitnehmer und Gewerkschaften ist es, Solidarität und kollektives Handeln zu stärken, um das Machtungleichgewicht in Beruf und Beschäftigung sowie in der Gesellschaft auszugleichen, damit Rechte verteidigt, Demokratie geschützt und eine gerechte, von Ausbeutung freie Gesellschaftsordnung erreicht werden können. Das bedeutet, Versuchen zu widerstehen, Arbeitnehmer nach Nationalität, Herkunft, Migrationsstatus, Religion, Geschlecht oder Beschäftigungsstatus zu spalten. Es bedeutet, die Unabhängigkeit der Völker und das Recht aller Gesellschaften auf eine Entwicklung in Frieden, Würde und Gerechtigkeit zu verteidigen.

Es bedeutet auch, die Einheit der Gewerkschaften und die internationale Solidarität zu stärken. Rechte werden verteidigt, wenn Arbeitnehmer grenz- und branchenübergreifend gemeinsam handeln. Diejenigen, die Demokratie und Arbeitnehmerrechte angreifen, werden schwächer, wenn Arbeitnehmer zusammenstehen und geschlossen Tatkraft beweisen.

Unsere globale Gewerkschaft, die BHI, basiert auf internationaler Solidarität. Unsere Organisation entstand aus der Erkenntnis heraus, dass Arbeitnehmer stärker sind, wenn sie sich über Grenzen, Branchen und politischen Druck hinweg gegenseitig unterstützen. Unsere Geschichte und jeder Sieg, den wir errungen haben, beruhen auf diesem Prinzip. In einer Zeit, in der Rechte und Freiheiten erneut angegriffen werden, muss diese Solidarität gestärkt und verteidigt werden.

Am 1. Mai sollten wir unsere Erfolge feiern, aber dieser Tag sollte uns gleichzeitig auch an unsere Verantwortung erinnern.

Keinen Schritt zurück bei unseren Rechten.
Keinen Schritt zurück bei der Demokratie.
Keinen Schritt zurück beim Frieden.

Die Machtverhältnisse werden sich nicht von selbst ändern. Eine Veränderung wird dann erreicht, wenn wir es schaffen, uns zu organisieren, gemeinsam zu handeln und das zu verteidigen, wofür Generationen vor uns gekämpft haben.

Gemeinsam sind wir stark!