8 May 2026

IWMD 2026: REKORDVERDÄCHTIGE WELTWEITE MOBILISIERUNG VERSTÄRKT FORDERUNGEN NACH ARBEITSSICHERHEIT

Zwei Wochen nach dem Internationalen Gedenktag für die Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten (IWMD) senden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weltweit weiterhin eine klare Botschaft: „Gedenkt der Verstorbenen, kämpft für die Lebenden.“

In diesem Jahr begingen die BHI-Mitgliedsorganisationen den IWMD mit einer Rekordzahl von 305 Aktivitäten, die von 86 Mitgliedsverbänden in mehr als 47 Ländern organisiert wurden und die zunehmende Stärke dieser globalen Bewegung für sicherere und gesundheitsfreundlichere Arbeitsplätze demonstrierten.

Im Rahmen der globalen Kampagne der BHI, deren Schwerpunkt auf Hitzebelastung und Risiken durch extremes Wetter lag, organisierten die Mitgliedsorganisationen Schulungen am Arbeitsplatz, Kundgebungen, Gedenkfeiern, Tarifverhandlungen, politische Diskussionen und Sensibilisierungskampagnen, die Tausende von Arbeitnehmern in allen Regionen mobilisierten.

Während der globale Schwerpunkt in diesem Jahr auf Hitzebelastung und Risiken durch extreme Wetterbedingungen lag, nutzten die Mitgliedsorganisationen den IWMD auch, um der Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten zu gedenken, das Bewusstsein für psychosoziale Risiken und psychische Gesundheit zu schärfen, Strukturen für Arbeitssicherheit zu stärken und auf umfassendere Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz zu drängen.

Die folgenden Aktionen sind nur einige Beispiele für die außergewöhnliche Mobilisierung, die von den BHI-Mitgliedsorganisationen weltweit durchgeführt wurde.

Globale Aktionen

Auf internationaler Ebene brachte die BHI die Anliegen der Arbeitnehmer auch direkt in die dreigliedrig besetzte Fachgruppe Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bei extremen Wetterereignissen und sich ändernden Wetterbedingungen in Genf ein; die Fachleute der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) erzielten einen Konsens über eine Reihe von Maßnahmen – die ersten ihrer Art –, um die Auswirkungen extremer Wetterereignisse auf Arbeitnehmer und Unternehmen anzugehen.

Beim Internationalen Forum junger Arbeitnehmer der BHI in Utøya (Norwegen) begingen junge Gewerkschaftsführer den IWMD mit einem Austausch darüber, wie Hitzestress und Klimarisiken in Tarifverhandlungen einbezogen und die Forderungen nach Vereinbarungen zum Schutz der Arbeitnehmer verstärkt werden können. Das Forum hielt zudem eine Schweigeminute zum Gedenken an Arbeitnehmer ab, die durch unsichere Arbeitsbedingungen ihr Leben verloren haben, sowie an Opfer politischer Gewalt.

Eine große koordinierte Initiative wurde im Rahmen des IRA mit der Acciona-Gruppe gestartet, bei der Aktivitäten rund um den IWMD in Spanien, auf den Philippinen, in Brasilien, Chile, Italien, Panama, Peru, den Niederlanden und Mexiko stattfanden. Zu den Aktivitäten gehörte ein Austausch über Sicherheit am Arbeitsplatz, Sensibilisierungsveranstaltungen zu Arbeit bei Hitze, psychosozialen Risiken und Wohlbefinden, Präventionskampagnen sowie Gedenkveranstaltungen zu Ehren der Arbeitnehmer, die zu Tode gekommen sind.

Afrika/Naher Osten: Sensibilisierung am Arbeitsplatz und Einbindung der Arbeitnehmer

Die Mitgliedsverbände aus der Region Afrika und Naher Osten nutzten den IWMD, um Gespräche über Arbeitssicherheit direkt in die Betriebe und Gemeinschaften zu tragen.

  • In Tunesien brachte die FGBB 99 Arbeitnehmer zusammen, um über körperliche und psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu diskutieren, wobei neben allgemeinen Arbeitsschutzfragen auch die wachsende Bedeutung psychosozialer Risiken und das Wohlbefinden der Arbeitnehmer hervorgehoben wurde.
  • In Kenia organisierten KUPRIPUPA, KETAWU und KBCTFIEU Sensibilisierungsveranstaltungen am Arbeitsplatz und Begehungen vor Ort, die sich auf Fragen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes in der Bau- und Fertigungsindustrie konzentrierten.
  • In Uganda führte die UBCCECAWU im Rahmen des IWMD Aktivitäten bei der Zhongmei Engineering Company durch, bei denen Arbeitsnormen, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz im Straßenbau diskutiert wurden.
  • In Ghana organisierte die CBMWU Sensibilisierungsmaßnahmen zur Arbeitssicherheit, während die GCQMWU psychosoziale Risiken und das psychologische Arbeitsumfeld der Arbeitnehmer in den Vordergrund stellte.
  • In Nigeria schloss sich die NUCECFWW den Arbeitnehmern bei CBC Global Construction in Abuja an, um Arbeitsunfälle, Sicherheit am Arbeitsplatz und Präventionsmaßnahmen zu erörtern.
  • In Simbabwe organisierte die ZCATWU Betriebsversammlungen in Masvingo und Harare, wobei der Schwerpunkt auf der Sensibilisierung für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sowie auf den Arbeitnehmerrechten lag.
  • Auf Mauritius führte die CMWEU Podiumsdiskussionen mit staatlichen Institutionen und Akteuren im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz durch. Danach schloss sie sich einer öffentlichen Demonstration mit 900 Teilnehmern in Rosehill an, bei der ein stärkerer Schutz am Arbeitsplatz gefordert wurde.
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Mitgliedsorganisationen in Tunesien, im Libanon und in Jordanien organisierten ebenfalls Aufklärungsarbeit am Arbeitsplatz, Sensibilisierungsmaßnahmen und Arbeitnehmergespräche zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.

Europa: Gedenkveranstaltungen und öffentliche Kampagnen

In ganz Europa organisierten die Mitgliedsgewerkschaften Gedenkveranstaltungen, öffentliche Aufklärungskampagnen und Austausch über Sicherheit am Arbeitsplatz und psychische Gesundheit.

  • In der Ukraine organisierte PROFBUD eine Arbeitsschutzkonferenz und Schulungen mit internationalen Experten zu den Themen Asbestaufklärung, Kran- und Hebesicherheit sowie Verkehrsüberwachung. Zudem bereitete sie Erklärungen der Gewerkschaft vor, führte Aufklärungsmaßnahmen durch und organisierte Gedenkfeiern zu Ehren von Arbeitnehmern, die bei der Arbeit ums Leben gekommen oder verletzt worden waren.
  • In Bulgarien forderte PODKREPA öffentlich strengere Arbeitsschutzmaßnahmen und sicherere Arbeitsbedingungen im Bausektor.
  • In Italien organisierten FILCA CISL, FILLEA CGIL und CGIL/FILLEA Kundgebungen, Gedenkveranstaltungen, Kampagnen am Arbeitsplatz; es fanden Gedenkveranstaltungen zu Ehren von Arbeitnehmern statt, die durch Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu Tode gekommen sind.
  • Im Vereinigten Königreich organisierte Unite Gedenkveranstaltungen in Liverpool, Bridgwater, Belfast und Tower Hill und machte dabei auf Arbeitsunfälle mit tödlichem Ausgang, psychosoziale Risiken, Stress, psychische Gesundheit und das Wohlbefinden der Arbeitnehmer aufmerksam.

Auch Mitgliedsverbände in Schweden, Georgien, Polen, Kirgisistan, Moldawien, Dänemark, der Türkei und Spanien begleiteten den IWMD mit Kundgebungen, Erklärungen, Mitgliederversammlungen, Plakaten und Kampagnen in den sozialen Medien.

Lateinamerika/Karibik: Schulungen, Prävention und gewerkschaftliche Aufbauarbeit

In ganz Lateinamerika und der Karibik kombinierten die Mitgliedsorganisationen Arbeitnehmeraufklärung, Präventionskampagnen und Gedenkveranstaltungen.

  • In Brasilien organisierten Gewerkschaften „Green April“-Mobilisierungen, Webinare, Sensibilisierungskampagnen an den Arbeitsstätten und Präventionsinitiativen zu Arbeitssicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, wobei sie hervorhoben, wie der Klimawandel den Arbeitsschutz zu einem zentralen Thema bei Tarifverhandlungen macht.
  • In Peru führte die FTCCP eines der größten IWMD-Programme der Region durch, darunter Seminare, Livestreams, Videocasts, Social-Media-Kampagnen und virtuelle Weiterbildungen zu Arbeitssicherheit, Gefahrenerkennung, Sturzprävention und Risiken am Arbeitsplatz.
  • In Argentinien organisierte die UOCRA Kampagnen zu Arbeitsschutz, psychosozialen Risiken, Arbeiten in großer Höhe und Präventionsmaßnahmen auf Baustellen. Im SIDERSA-Werk in San Nicolás führten gewerkschaftliche Arbeitsschutzteams Beurteilungen der Arbeitsstätten unter Einbeziehung von rund 350 Beschäftigten durch.
  • In der Dominikanischen Republik verbanden die Gewerkschaften praktische Arbeitsschutzschulungen mit einer Kerzenlichtzeremonie zum Gedenken an die Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten.
  • In Panama organisierte SUNTRACS Betriebsversammlungen und Austausch zu Arbeitsschutz und Sicherheit bei verschiedenen Bauprojekten im Kontext von Schutzmaßnahmen, die durch Tarifverträge gesichert sind.
  • In Chile nahmen die Beschäftigten an Präventionskampagnen am Arbeitsplatz und Sensibilisierungsmaßnahmen teil, die Arbeitssicherheit und ihr Wohlbefinden in den Mittelpunkt stellten.

Asien/Pazifik: Mobilisierung an der Basis und Aufklärung der Arbeitnehmer

Im gesamten asiatisch-pazifischen Raum mobilisierten Mitgliedsorganisationen Tausende von Arbeitnehmern durch Schulungen, Sensibilisierungskampagnen, gewerkschaftliche Aufbauarbeit und Gedenkveranstaltungen.

  • In Pakistan organisierte die PFBWW Zusammenkünfte und Sensibilisierungsmaßnahmen im Kontext des IWMD am Tarbela-Damm, am Balakot-Damm und am Mohmand-Damm, um Arbeitnehmer zusammenzubringen und über Arbeitssicherheit, Risiken am Arbeitsplatz sowie die Bedeutung von Prävention und Arbeitnehmerschutz zu sprechen.
  • In Indien haben Gewerkschaften einen Austausch an den Arbeitsstätten, Kundgebungen, Seminare, Plakatkampagnen und Mobilisierungen auf Bezirksebene organisiert, die sich auf Arbeitssicherheit, Arbeitnehmerrechte und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz konzentrierten. Allein die SGEU mobilisierte rund 1.000 weibliche Mitglieder.
  • In Nepal organisierten CAWUN, ANCWU und CUPPEC Betriebsversammlungen und Sensibilisierungsgespräche zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.
  • In Indonesien haben SERBUK und andere Mitgliedsverbände umfangreiche Aktivitäten durchgeführt, darunter Schulungen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Betriebsbesuche, Jugendkampagnen, Gespräche zur Klimagerechtigkeit sowie Aufklärungsveranstaltungen zu Sicherheit und Wohlbefinden der Arbeitnehmer.
  • In Malaysia trafen sich Organisatoren der STIEU mit Wanderarbeitnehmern an mehreren Arbeitsstätten, um über Arbeitsschutz, gewerkschaftliche Aufbauarbeit und die Arbeitsbedingungen zu diskutieren, während die TEUPM einen Austausch im Zusammenhang mit der „Too Hot To Work“-Kampagne organisiert hatte.
  • Auf den Philippinen organisierte die NUBCW zum 1. Mai gleichzeitig Arbeitsschutzschulungen, Sensibilisierungsgespräche, Kampagnenvideos und Arbeitnehmermobilisierungen.
  • In Kambodscha organisierten die Mitgliedsorganisationen Weiterbildungen, Aufklärungskampagnen und Sensibilisierung zu Arbeitssicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.
  • In Australien gedachten CFMEU und ETU der Arbeitnehmer, die nie von der Arbeit nach Hause zurückgekehrt sind, und erneuerten gleichzeitig ihre Forderungen nach einem stärkeren Schutz am Arbeitsplatz.

Vom Bewusstsein zu Vereinbarungen

In allen Regionen zeigte der IWMD 2026 die zunehmende Entschlossenheit von Arbeitnehmern und Gewerkschaften, den Arbeitsschutz durch Aufbauarbeit, Aufklärung, Tarifverhandlungen und kollektive Maßnahmen zu stärken.

Von Gedenkfeiern und Kampagnen zu psychosozialen Risiken bis hin zu Schulungen am Arbeitsplatz und klimabezogener Lobbyarbeit bekräftigten die Mitgliedsverbände eine gemeinsame Botschaft: Arbeitsbedingte Todesfälle, Verletzungen und Erkrankungen sind vermeidbar.

Halten wir die Dynamik aufrecht!

Der Kampf für sicherere und gesundheitsfreundlichere Arbeitsplätze endet nicht mit dem 28. April.

Die BHI ruft alle Mitgliedsorganisationen dazu auf, sich weiterhin zu organisieren, aufzuklären, zu verhandeln und für durchsetzbare Schutzmaßnahmen für alle Arbeitnehmer zu kämpfen.

Denn jeder Arbeitnehmer hat das Recht, zur Arbeit zu gehen – und sicher nach Hause zu kommen.

ORGANISIEREN.
VERHANDELN.
SCHUTZ ERREICHEN.