5 May 2026

RÜCKBLICK AUF DAS INTERNATIONALE JUGENDFORUM DER BHI IN UTØYA

Erneut kamen junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus der Bau- und Holzindustrie aus den nordischen Ländern zusammen. Diesmal trafen wir uns auf Utøya, etwas außerhalb von Oslo (Norwegen). Anders als bei unserem letzten Treffen im vergangenen Herbst, als nur wir aus den nordischen Ländern dabei waren, sind wir nun Teil einer globalen Veranstaltung für junge Gewerkschafter in (zukünftigen) Führungspositionen innerhalb der Bau- und Holzarbeiter Internationale (BHI).

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Frage, wie wir als Gewerkschafter den stärksten Widerstand gegen den weltweiten Aufstieg des Rechtsextremismus leisten können. Das ist ein unglaublich wichtiges Thema, und es wird noch realer, wenn wir hier auf Utøya sitzen, direkt neben dem Gebäude, in dem früher ein Café war.

Das Café, das einst hier auf der Insel stand, ist heute in dem sogenannten „Haus der Umarmung“ erhalten. Es dient als Ort des Lernens und des Gedenkens und sorgt dafür, dass jeder, der Utøya besucht, versteht, was hier geschehen ist: wie ein hasserfüllter Terrorist am 22. Juli 2011 auf die Insel kam und 69 Menschen ermordete.

Wie immer, wenn sich Gewerkschafter aus Skandinavien treffen, drehen sich die Gespräche schnell um unsere gemeinsamen Herausforderungen, unser politisches Umfeld, die Unterschiede zwischen unseren Tarifverträgen und unsere interne Demokratie. Wir reflektieren, tauschen Erfahrungen aus und versuchen, voneinander zu lernen.

Und wieder einmal wird uns bewusst, dass wir es noch besser machen können, nicht nur als Einzelpersonen, sondern als Bewegung.

Wenn jemand zum Jugendleiter, Jugendsekretär oder Jugendkoordinator gewählt wird, wird ihm oder ihr oft gesagt, man solle Netzwerke aufbauen und internationale Solidarität wertschätzen. Wir hören, wie wichtig diese Beziehungen sind, aber uns wird selten beigebracht, wie man sie aufbaut. An wen sollen wir uns wenden? Was können wir fragen? Wo fangen wir überhaupt an? Die Fragen sind zahlreich.

Also beschließen wir hier, wo wir zusammen sitzen, das zu tun, was Gewerkschafter schon immer getan haben, so wie die Gewerkschaften vor mehr als 100 Jahren aufgebaut wurden. Wir geben uns gegenseitig ein Versprechen.
Ein Versprechen, die nächste Generation von Führungskräften vorzubereiten.
Ein Versprechen, uns gegenseitig öfter in unsere jeweiligen Länder einzuladen.
Ein Versprechen, Informationen über laufende Tarifverhandlungen und Verhandlungen auszutauschen.

Ein Versprechen, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu stärken, nicht nur, wenn wir uns treffen, sondern auch in unserer täglichen Arbeit.

Denn Solidarität ist nicht nur ein Wort. Sie ist etwas, das wir gemeinsam aufbauen.
Und hier auf Utøya, einem Ort, der für eine Tragödie, aber auch für Hoffnung und Widerstandskraft steht, fühlt sich dieses Versprechen wichtiger an denn je.

Jugendausschuss der Nordischen Föderation der Bau- und Holzarbeiter (NFBH)