2 July 2026

BHI STARTET IHR NETZWERK FÜR GRÜNE INFRASTRUKTUR

Grüne Infrastruktur – also die strategische Planung von Räumen, die natürliche und naturnahe Bereiche miteinander verbinden gilt als neues Allheilmittel zur Bewältigung städtischer, ökologischer und klimatischer Herausforderungen. Regierungen haben es als kohlenstoffarme Form der Stadtplanung, die die biologische Vielfalt fördert und zur Anpassung an den Klimawandel beiträgt, in ihre Politik und Agenda aufgenommen.

Die meisten Diskussionen und Planungen finden jedoch ohne Berücksichtigung derPerspektive der Arbeitnehmer statt. Die BHI stellt sich nun der Herausforderung und übernimmt die Verantwortung, eine eigene Definition und einen eigenen Rahmen für grüne Infrastruktur zu entwickeln, und hat auf einer Konferenz am 11. und 12. Juni 2026 in Genf das Green Infrastructure Network (GIN) ins Leben gerufen. Tos Añonuevo, stellvertretender Generalsekretär der BHI, betonte, dass diebestehenden Berufeder Arbeitnehmer und ihr vorhandenes Wissen von entscheidender Bedeutung sein werden. Außerdem bietet dies den Arbeitnehmern die Möglichkeit, bei der „gerechten Energiewende“ mitzureden, und ermöglicht es der BHI, neue Wege in der Organisierungsarbeit zu beschreiten und sich an aktuellen und künftigen Initiativen im Bereich der grünen Infrastruktur zu beteiligen.

Die erste Podiumsdiskussion, an der Gewerkschaften aus Ländern des Globalen Nordens teilnahmen, machte deutlich, dass es zwar gute und finanziell gut ausgestattete politische Maßnahmen gibt, die Mittel jedoch stets an den privaten Sektor fließen und in verschiedenen Phasen eine übermäßige Abhängigkeit von Subunternehmern besteht. Die Menschenrechte sind in den Plänen nur unzureichend berücksichtigt. Es besteht nach wie vor die Notwendigkeit, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wirksam anzugehen und gleichzeitig die erneuerbaren Energien in ausreichendem Maße zu fördern. Hinzu kommt die Herausforderung, wie die Gewerkschaften mit der Debatte um Zement, das "Grauder Welt“, umgehen.

In der zweiten Podiumsdiskussion wiesen Redner aus Schwellenländern auf die Herausforderung hin, die sich aus der mangelnden Kontinuität ergibt, da Programme eingestellt werden, wenn Regierungen an die extreme Rechte fallen. Dies ist besonders wichtig im Falle Brasiliens und anderer Länder, die von faschistischen und rechtsextremen Kräften bedroht werden, die progressive Regierungen aktiv herausfordern. Gleichzeitig sind trotz des Wirtschaftswachstums die meisten Arbeitnehmer nach wie vor im informellen Sektor tätig, was die Ungleichheiten aufrechterhält. Es besteht ein enormes Potenzial zur Schaffung von Millionen von Arbeitsplätzen; allerdings bestehen nach wie vor Qualifikations- und Informationslücken. Die Arbeitnehmer sind nach wie vor mit unzureichenden Arbeitsschutzmaßnahmen, niedrigen Löhnen und begrenzter Verhandlungsmacht bei Tarifverhandlungen konfrontiert. Lokale Eliten arbeiten oft mit multinationalen Konzernen zusammen und vertreten deren Interessen.

Die Podiumsdiskussion zum Thema „Erfahrungen und Modelle zur gewerkschaftlichen Organisierung und zum sozialen Dialog im Bereich der grünen Infrastruktur“ betonte, wie wichtig es sei, dass die Arbeitnehmer die Klassenpolitik und die Klassenwidersprüche wiederentdecken. DasindischeSEWA-Modell ist ein gutes Beispiel dafür, da es bereichsübergreifende Initiativen in den Bereichen Armutsbekämpfung, Energieeinsparung, Stärkungder Rolle der Frau, soziale und politische Mitbestimmung, Jugend und gewerkschaftliche Organisation umfasst.

Die Plenarsitzung zum Abschlussder Konferenzbekräftigte, dass Arbeitnehmer angesichts wachsender globaler Herausforderungen eine wichtige Rolle bei der Klimagerechtigkeit spielen und Greenwashing anprangern müssen. Die Arbeitnehmer müssen gemeinsam und in Solidarität mit anderen sozialen Bewegungen ihre Macht ausbauen und offen darüber diskutieren, wie sich Widersprüche zwischen unterschiedlichen Interessen überwinden lassen, wenn diese auftreten. Die Gründung des Globales Netzwerks der Industriegewerkschaften (GIN) war ein vielversprechender Start für einen neuen Organisationsrahmen. Die Gewerkschaften im BHI-Bereich tragen die Verantwortung dafür, die Branche und die Öffentlichkeit zu organisieren und aufzuklären sowie Bündnisse zu schmieden, um sicherzustellen, dass grüne Infrastrukturen unter vorrangiger Berücksichtigungder Interessen der Beschäftigten errichtet werden.