2 September 2026
INDONESIEN: ARBEITNEHMER FORDERN DAUERHAFTE GEMEINSAME SOZIALAUDITS BEI FABER-CASTELL
Gemeinsame Sozialaudits in den Betrieben von Faber-Castell in Indonesien haben zu spürbaren Verbesserungen in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Tarifverhandlungen und Arbeitnehmermitbestimmung geführt. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Internationalen Rahmenabkommens (IRA) zwischen Faber-Castell, der IG Metall und der Bau- und Holzarbeiter Internationale (BHI) im vergangenen Jahr fordern die indonesischen Gewerkschaften nun, diesen wirksamen Überwachungsmechanismus beizubehalten.
Während der Sozialaudits in Indonesien, die im September 2025 gemeinsam von der BHI, der IG Metall und der Geschäftsleitung der Faber-Castell-Zentrale durchgeführt wurden, bewertete die Delegation die fortgesetzte Einhaltung des IRA und stellte dabei Fortschritte im Bereich Arbeitsschutz fest. Die Audits hoben zudem den konstruktiven sozialen Dialog hervor, der sich in Tarifverträgen widerspiegelt, die alle drei Standorte abdecken.
Lokale Gewerkschaftsführer betonten die konkreten Vorteile, die die Audits für die Beschäftigten gebracht haben. Imam, ein Gewerkschaftsführer in einem der Werke, erklärte, dass das gemeinsam von Faber-Castell, der IG Metall und der BHI durchgeführte Sozialaudit ihnen sehr dabei geholfen habe, die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz zu verbessern. Pendi, ein Gewerkschaftsvertreter in einem anderen Werk, hob unterdessen hervor, wie die Audits die Tarifverhandlungen und die Mitbestimmung der Beschäftigten gestärkt sowie die Konsultation in den Entscheidungsprozessen des Unternehmens verbessert haben. Die Gewerkschafter stellten fest, dass das offen und transparent durchgeführte Sozialaudit sie für einen konstruktiven Dialog und Verhandlungen mit dem Unternehmen befähigt habe.
Diese Erfahrungen zeigen, dass Sozialaudits mehr sind als reine Compliance-Maßnahmen; sie schaffen vertrauensvolle Räume, in denen Beschäftigte, Gewerkschaften und Unternehmensleitung offen über Belange am Arbeitsplatz diskutieren, Fortschritte überprüfen, die Sozialpartnerschaft stärken und sich auf praktische Verbesserungen einigen können. Sie ermöglichen es den internationalen Unterzeichnern zudem, zu beurteilen, wie die Grundsätze des IRA am Arbeitsplatz und entlang der gesamten Lieferkette umgesetzt werden – was in einer sich wandelnden Arbeitswelt, die von Herausforderungen wie Klimawandel, Hitzebelastung und der Einführung neuer Technologien geprägt ist, besonders wichtig ist.
Das unternehmensinterne Monitoring kann dieses gemeinsame Verfahren unter Einbeziehung von Arbeitnehmervertretern und den internationalen Unterzeichnern nicht vollständig ersetzen, da die Beteiligung der BHI und der IG Metall internationale Erfahrung, eine unabhängige Perspektive und konkrete Verbesserungsvorschläge einbringt, während lokale Gewerkschaften sicherstellen, dass die Beschäftigten ihre Anliegen direkt vorbringen und an der Entwicklung von Lösungen mitwirken können.
Die BHI würdigt das langjährige Engagement von Faber-Castell für den sozialen Dialog und verantwortungsvolle Unternehmenspraktiken. Überlegungen zu Änderungen am vereinbarten Sozialaudit-Prozess sollten nicht einseitig beschlossen werden, sondern erfordern einen sorgfältigen Dialog zwischen allen Unterzeichnern und den lokalen Gewerkschaften. Aufbauend auf den positiven Ergebnissen dieser langjährigen Partnerschaft freut sich die BHI darauf, mit Faber-Castell und der IG Metall zu erörtern, wie regelmäßige gemeinsame Sozialaudits fortgesetzt und weiter verbessert werden können, um den Anliegen der Beschäftigten weiterhin konstruktiv Rechnung zu tragen.
Die Fortsetzung der gemeinsam durchgeführten Sozialaudits würde das IRA als lebendiges Abkommen bekräftigen, das auf transparenter Überwachung, sinnvoller Arbeitnehmerbeteiligung und einem gemeinsamen Bekenntnis zu den grundlegenden Prinzipien und Rechten der ILO am Arbeitsplatz, menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und verantwortungsvollen Lieferketten beruht. Die Erfahrungen in Indonesien zeigen, dass gemeinsame Sozialaudits funktionieren, weshalb ihre Fortsetzung unerlässlich ist, um das in den letzten 25 Jahren aufgebaute Vertrauen zu bewahren und sicherzustellen, dass die erzielten Fortschritte erhalten und weiter ausgebaut werden können.